Nach der Pensionierung sinken die Steuern nicht wie erhofft

Intuitiv geht man davon aus, dass die Steuerlast deutlich abnimmt, wenn der Lohn wegfällt. Das stellt sich aber oft als Irrtum heraus. Die folgenden Tipps helfen, die Steuern im Hinblick auf die Pensionierung zu optimieren.

Wer pensioniert ist, kann in der Regel weniger Abzüge geltend machen. Wenn Berufsauslagen und Einzahlungen in die Säule 3a wegfallen, macht sich das in der Steuerrechnung bemerkbar. Ein Beispiel: Ein Erwerbstätiger verdient 90'000 Franken und zahlt 25'900 Franken Steuern. Wenn er sich für eine Pensionskassenrente entscheidet, schrumpft sein Einkommen auf 68'800 Franken. Seine Steuerrechnung sinkt aber nur um 4000 Franken auf 21'900 Franken (siehe Tabelle). 

Steuerbelastung vor und nach der Pensionierung
Beispiel: Mann, wohnhaft in St. Gallen, reformiert; Vermögen von 1’250’000 Franken (Konten, Wertschriften, Immobilie) abzüglich Hypothek von 300’000 Franken; Pensionskassen-Guthaben mit Alter 65 von 700’000 Franken; Angaben in Franken

Steuerlich steht er besser da, wenn er sein Pensionskassen-Guthaben auszahlen lässt: Dieser Bezug wird nur einmal besteuert, und zwar zu einem tieferen Satz. Der Entscheid für oder gegen die Rente hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig ist vor allem die finanzielle Absicherung der Familie. Es lohnt sich, die Steuern im Hinblick auf die Pensionierung rechtzeitig zu optimieren. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei:

  • Zahlen Sie freiwillig in die Säule 3a und in die Pensionskasse ein und beziehen Sie diese Guthaben dann über mehrere Jahre verteilt.
  • Ein grosses Sparpotenzial bietet oft der gestaffelte Bezug des Pensionskassen- Geldes. Wer etwa mit 63 sein Arbeitspensum von 100 auf 50 Prozent reduziert, kann bei vielen Pensionskassen die Hälfte des Guthabens bereits dann auszahlen lassen.
  • Reduzieren Sie Ihre Hypothek nicht zu schnell. Sonst können Sie weniger Schuldzinsen abziehen. Behalten Sie genügend flüssige Mittel zurück. Denn wenn Sie in einen finanziellen Engpass geraten, können Sie die Hypothek unter Umständen nicht mehr aufstocken.
  • Mit einem Umzug können Sie viel Steuern sparen. An steuergünstigen Orten sind die Immobilienpreise aber oft höher. Auch können höhere Einkommenssteuern oder Erbschafts- und Schenkungssteuern den Vorteil bei der Vermögenssteuer wieder wettmachen.

Diese Seite teilen