LGBT: Eingetragene Partnerschaft oder Konkubinat im Alter?

Finanzielle Aspekte können eine wichtige Rolle spielen bei der Frage, ob gleichgeschlechtliche Paare im fortgeschrittenen Alter ihre Partnerschaft eintragen lassen sollen.

Eingetragene Paare bekommen nach der Pensionierung häufig weniger AHV-Rente als Konkubinatspaare. Die maximale Altersrente für eine Einzelperson beträgt zurzeit 2370 Franken pro Monat. Eingetragene Paare erhalten zusammen höchstens anderthalbmal so viel, also 3555 Franken, während Paare im Konkubinat bis zu 4740 Franken bekommen, wenn beide Partner Anspruch auf die Maximalrente haben.

Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen

Eingetragene Partner haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine Hinterbliebenen-Rente der Pensionskasse ihres verstorbenen Partners, wenn der überlebende Partner mindestens 45 Jahre alt ist und die Partnerschaft seit mindestens fünf Jahren registriert war. Viele Pensionskassen zahlen auf freiwilliger Basis auch hinterbliebenen Lebenspartnern eine Rente aus. Die Voraussetzungen dafür sind in der Regel, dass die Lebenspartnerschaft bis zum Tod des versicherten Partners mindestens fünf Jahre ohne Unterbrechung gedauert hatte oder dass der hinterbliebene Partner vom verstorbenen Partner in erheblichem Mass finanziell unterstützt worden war. 

Deutlich besser gestellt sind eingetragene Partnerinnen und Partner in Bezug auf das Erbrecht. Dem überlebenden Partner steht selbst ohne spezielle Anordnungen mindestens die Hälfte des Vermögens des Verstorbenen zu. Zusätzlich können eingetragene Paare ihren Partner mit einem Vermögensvertrag, Testament oder Erbvertrag weit über dieses Mass hinaus begünstigen. Konkubinatspartner haben keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Anteil am Erbe ihres Partners.

Konkubinatspartner mit Kindern können ihrem Lebenspartner im Testament höchstens einen Viertel ihres Nachlassvermögens vermachen, weil der Pflichtteil der Kinder drei Viertel beträgt. Sind keine Kinder vorhanden, haben die Eltern des Verstorbenen Anspruch auf je einen Viertel. 

Eingetragene Partner sind von der Erbschaftssteuer befreit. Konkubinatspartner zahlen zum Beispiel im Kanton Basel-Stadt für ein Erbe von 200'000 Franken fast 18'000 Franken Steuern, wenn das Paar nicht rechtzeitig Vorkehrungen getroffen hat, um die Steuerlast zu senken. Wenn das Paar nicht mindestens fünf Jahre lang zusammengelebt hat, gilt der Steuertarif für Nichtverwandte, und es werden über 53'000 Franken Erbschaftssteuern fällig.

Steuerlich bevorteilt sind eingetragene Paare auch bei der Auszahlung von Guthaben aus der Pensionskasse und der Säule 3a, da sie vom günstigeren Ehegattentarif profitieren. 

Diese Seite teilen