Einen Finanzplan für die Pensionierung erstellen

Wer seinen Lebensabend seriös vorbereiten möchte, braucht einen soliden Finanzplan. Er zeigt genau auf, wie sich Ausgaben, Einkommen und Vermögen bis zur Pensionierung und in den Jahren danach entwickeln.

In einem Finanzplan lassen sich auch unterschiedliche Szenarien darstellen: Man kann zum Beispiel vergleichen, wie sich die Auszahlung des Pensionskassenguthabens und der Bezug der Pensionskassenrente langfristig auswirken. Das hilft beim Entscheid, wie viel Pensionskassenkapital man als Rente beziehen und wie viel man sich auszahlen lassen soll.

Schliesslich gibt der Finanzplan auch Aufschluss darüber, welcher Teil des Vermögens nicht für die kurzfristige Einkommenssicherung benötigt wird. Dieses Geld lässt sich längerfristig anlegen, um damit eine höhere Rendite zu erzielen.  

Die statistische Lebenserwartung gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie viele Jahre eine Planrechnung mindestens umfassen sollte. Ein 65-jähriger Mann kann heute im Durchschnitt noch mit 18 Lebensjahren rechnen. Gleichaltrige Frauen leben durchschnittlich etwa vier Jahre länger als die Männer.

Ein Finanzplan sollte alle Einnahmen und Ausgaben und das gesamte Vermögen umfassen – ohne Ausnahmen. Ein aussagekräftiger Finanzplan beruht auf realistischen Annahmen. Die Einnahmen nach der Pensionierung müssen im Finanzplan möglichst genau erfasst werden.

Dasselbe gilt natürlich auch für die Ausgaben wie etwa Steuern, Wohnkosten und Lebenshaltungskosten. Künftige Veränderungen bei den Einnahmen und Ausgaben sind ebenso zu berücksichtigen wie vorhersehbare Vermögenszu- und -abgänge.

Die Rendite der Vermögensanlagen sollte man besonders sorgfältig abschätzen. Sie hat einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Vermögens und auf die Höhe des Einkommens.

Bei der langfristigen Planung der Lebenshaltungskosten fällt die Teuerung stark ins Gewicht. Sie verringert die Kaufkraft des Geldes und erhöht so den Einkommensbedarf. Wer heute 5’000 Franken im Monat ausgibt, braucht bei einer jährlichen Inflation von 2 Prozent in zehn Jahren bereits 6’100 Franken, um den gewohnten Lebensstandard beizubehalten, in 20 Jahren fast 7’500 Franken.

Halten die Einkünfte nicht mit der Teuerung Schritt, wird die Einkommenslücke von Jahr zu Jahr grösser.  Die meisten Pensionskassen gleichen die Teuerung in der Regel nicht oder nur teilweise aus. Die AHV passt ihre Altersrenten mindestens alle zwei Jahre an. Es kann jedoch sein, dass auch die AHV den Teuerungsausgleich in Zukunft von ihrer finanziellen Situation abhängig macht.

Vermeiden Sie in Ihrem Finanzplan unrealistische Annahmen und rechnen Sie ausreichend Reserven mit ein. Prüfen Sie, ob Ihr Einkommen auch dann gesichert ist, wenn Sie länger leben als angenommen, wenn unvorhergesehene Ausgaben anfallen, Ihre Geldanlagen weniger gut rentieren oder die Inflation höher ist als erwartet. Überprüfen Sie Ihren Finanzplan von Zeit zu Zeit: Verändern sich Ihre Familien- oder Wohnverhältnisse oder die gesetzlichen Rahmenbedingungen, müssen Sie Ihren Finanzplan anpassen.

Wenn Sie unsicher sind, holen Sie besser Unterstützung von einem Berater, der sich mit der Pensionierungsplanung auskennt und unabhängig ist. Berater, die Provisionen erhalten, empfehlen leider oft die Lösungen und Produkte, mit denen sie am meisten verdienen.

Unabhängige Berater verlangen für ihre Dienste ein Honorar. Doch nicht jeder Berater, der ein Honorar berechnet, ist wirklich unabhängig. Auch Bankberater verrechnen ihre Beratung manchmal gegen Honorar; als Produktanbieter sind sie jedoch nicht frei von Interessenskonflikten.

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