Das sind die grössten Nachteile von Festhypotheken

Banken empfehlen am liebsten Festhypotheken, weil sie am meisten daran verdienen. Doch wer den Zins lange anbindet, nimmt grosse Nachteile in Kauf. Aus den folgenden Gründen ist eine Geldmarkt-Hypothek oft die bessere Wahl.

1. Festhypotheken bleiben zu teuer

Mit einer Festhypothek wettet man gegen den Markt. Diese Wette gewinnt man nur, wenn die Zinsen stärker steigen, als es der Markt erwartet. In den letzten Jahrzehnten war das nie der Fall. Geldmarkt-Hypotheken waren immer günstiger.

2. Hypothekarnehmer verspielen den Zins-Puffer

Festhypotheken lohnen sich nicht, weil Banken trotz der Negativzinsen mit einer fiktiven Zinskurve von mindestens null Prozent plus Kreditmarge rechnen. Dies deshalb, weil sie die Spargelder zu null Prozent verzinsen.

Doch die effektiven Interbanksätze sind bis zu 0,75 Prozent im Minus. Das bedeutet, dass Festhypotheken bis zu 0,75 Prozentpunkte zu teuer sind. Erst wenn die Interbanksätze wieder positiv sind, können Festhypotheken wieder spürbar teurer werden. Das dürfte noch viele Jahre nicht der Fall sein. Ein Blick auf die Entwicklung der Interbanksätze (SWAP) zeigt: Die Marktteilnehmer erwarten, dass die Zinsen erst ab 2040 wieder über null Prozent steigen könnten (siehe Grafik).

Interbanksätze – für viele Jahre im Minus
Die Entwicklung der Interbanksätze (SWAP) zeigt: Die Marktteilnehmer erwarten, dass die Zinsen frühestens ab 2040 über null Prozent steigen.
Interbanksätze – für viele Jahre im Minus

Das liegt daran, dass höhere Leitzinsen in weite Ferne gerückt sind. Es wird sogar darüber spekuliert, ob neben der Alternativen Bank weitere Banken Negativzinsen auf Sparkonten einführen. Spätestens dann dürfte auch die Untergrenze von null Prozent für Hypothekarzinsen zur Diskussion stehen. Verzinsen die Banken Spargelder negativ, bringt die Kreditvergabe theoretisch selbst dann genug Ertrag, wenn sie Hausbesitzern etwas für die Finanzierung bezahlen.

3. Unfaire Behandlung bei vorzeitiger Auflösung

Bei der vorzeitigen Auflösung einer Festhypothek können Kosten von mehreren zehntausend Franken anfallen. Anders als bei der Kreditvergabe wollen Banken in so einem Fall nichts mehr von ihrer Nullgrenze wissen. Denn sie müssen den zurückgezahlten Kredit für den Rest der Laufzeit zu einem negativen Zins am Kapitalmarkt anlegen. Das ist stossend – Kunden werden entweder bei der Vergabe oder bei der Auflösung von Festhypotheken unfair behandelt.

4. Unflexible Finanzierung

Mit Festhypotheken hat man keine Möglichkeit, die Zinsstrategie während der Laufzeit anzupassen. Man verspielt also die Chance, vom Wegfall der Untergrenze bei null Prozent zu profitieren. Wer die Zinsentwicklung im Blick behält und erst im richtigen Moment umsteigt, kann in den kommenden Jahren sehr viel Geld sparen. Fazit: Setzen Sie vor allem auf Geldmarkt-Hypotheken und beobachten Sie die langfristigen Zinsen. Beim VZ benachrichtigt Sie das Hypotheken- Überwachungssystem (HÜS) automatisch, sobald die Zinsen eine Limite über- oder unterschreiten, die Sie festgelegt haben. So können Sie möglichst lange von den günstigen Geldmarkt- Hypotheken profitieren und genau dann in eine Festhypothek wechseln, wenn der Zeitpunkt dafür gekommen ist.  

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