Geerbt: Was tun mit der Erbschaft?

Nach einer Erbschaft muss man sein Vermögen neu strukturieren. Viele Erben stehen auch vor Frage, wie sie das geerbte Geld am besten anlegen.

In der Schweiz werden jedes Jahr viele Milliarden Franken an die nächste Generation vererbt. Allerdings verteilt sich das geerbte Geld sehr ungleichmässig auf die gesamte Bevölkerung: Gemäss einer Nationalfondsstudie von 2007 gingen rund drei Viertel des im Jahr 2000 gesamthaft vererbten Vermögens an 10 Prozent der Erbenden. Die kleinsten Erbschaften machten nur etwa 2 Prozent der Gesamtsumme aus und verteilten sich auf mehr als die Hälfte aller Erbinnen und Erben.

Aufteilung der geerbten Summen auf die Erbinnen und Erben

Geerbte Summe Anteil an Gesamtsumme Anteil Erbende
> 5 Mio. CHF 30,9% 0,6%
1 Mio. bis 4,99 Mio CHF 29,2% 4,1%
0,5 Mio. bis 0,99 Mio. CHF 13,8% 5,5%
0,1 Mio. bis 0,49 Mio. CHF 21,7% 25,9%
50'000 bis 100'000 CHF 2,5% 9,4%
0 bis 50'000 CHF 2,0% 54,4%

Quelle: "Erben in der Schweiz", Heidi Stutz, Tobias Bauer, Susanne Schmugge (2007)

Heute erben vor allem die über 55-Jährigen

Die Menschen in den reichen Ländern werden immer älter. In der Schweiz haben Männer nach ihrer Pensionierung im Durchschnitt noch rund 19 Lebensjahre vor sich, Frauen sogar rund 22 Jahre. Die meisten Nachkommen stehen deshalb kurz vor dem Pensionsalter oder sind bereits pensioniert, wenn sie ihre Eltern beerben. 1980 waren noch über zwei Drittel der Erbinnen und Erben jünger als 55. 2000 ging noch rund die Hälfte aller Erbschaften an Personen unter 55 Jahren, und bis 2020 wird dieser Anteil voraussichtlich auf ein Drittel sinken.

Heute erben also die meisten in einem Alter, in dem sie schon selber Vermögen aufgebaut haben und finanziell nicht mehr unbedingt auf eine Erbschaft angewiesen sind. Eine grössere Erbschaft verändert jedoch die gesamte Vermögenssituation. Denn in der Regel erbt man nicht einfach einen Geldbetrag, sondern ein Haus, ein Wertschriftenportfolio, Firmenbeteiligungen oder andere Gegenstände, die höchstens zufällig zu der bisherigen Vermögensstrategie und zum bestehenden Vermögen passen.

Nach einer Erbschaft die Vermögensstruktur optimieren

Damit Sie aus Ihrem Erbe das Beste machen können, müssen Sie sich zuerst Klarheit über Ihre gesamte finanzielle Situation verschaffen:

  • Wie sieht Ihre persönliche und familiäre Situation heute aus, und wie wird sie sich in den nächsten Jahren verändern?
  • Verfügen Sie über genügend liquide Mittel für die geplanten Anschaffungen und Investitionen?
  • Ist Ihr Vermögen mit der Erbschaft noch entsprechend Ihrer Risikobereitschaft und Ihrer Risikofähigkeit auf sichere und ertragreiche Anlagen verteilt oder müssen Sie Ihre Anlagestrategie anpassen?
  • Welche Teile des Erbes passen in Ihr Vermögen, und was sollten Sie besser verkaufen?
  • Wie ändern sich Ihre Einkommens- und Vermögenssteuern?
  • Haben Sie angesichts des Vermögenszuwachses eher zu viel oder zu wenig Kapital in Ihrem Eigenheim oder Ihrer eigenen Firma gebunden?
  • Was ändert sich in Bezug auf Ihre Altersvorsorge?

Am besten lassen Sie Ihre Einkommens- und Vermögenssituation von einem unabhängigen Berater analysieren. Eine erfahrene Fachperson kann Ihnen helfen, Ihr Vermögen der veränderten Situation anzupassen. Das Ziel der Analyse ist es, mit Ihren Anlagen das beste mögliche Verhältnis von Risiko, Rendite und Liquidität zu erzielen und Ihre Steuerbelastung zu minimieren.

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