Fünf Fragen zur Erbschaftssteuer

Nahe Verwandte zahlen kaum Steuern auf Erbschaften. Für alle anderen kann es teuer werden, wenn die verstorbene Person keine Massnahmen getroffen hat.

Die Erbschaftssteuer gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Wer seine Erben vor hohen Steuern bewahren will, sollte die folgenden Dinge wissen:

Wer muss Erbschaftssteuern bezahlen?

Ehepartner sind davon befreit, in den meisten Kantonen auch die Kinder. Aber Stiefkinder, Konkubinatspartner, Eltern, Geschwister und Nichtverwandte werden fast immer zur Kasse gebeten – und zwar kräftig.

Wie hoch ist die Steuer?

Der Steuersatz variiert von Kanton zu Kanton und ist meistens progressiv. Bei grossen Erbschaften kann ein Drittel oder die Hälfte an den Staat fallen. Ein Beispiel: Ein Konkubinatspartner zahlt in Zürich für eine Erbschaft von 500'000 Franken mindestens 122'400 Franken – in Genf sind es sogar fast 270'000 Franken (siehe Steuervergleich).

Ist die Steuer gerecht oder ungerecht?

Diese Frage ist umstritten. Die Befürworter sind der Auffassung, dass die Begünstigten etwas an die Allgemeinheit abgeben sollen, weil sie für dieses Geld nicht arbeiten mussten. Die Gegner argumentieren, der Staat kassiere doppelt, weil das Geld bereits als Einkommen und Vermögen versteuert wurde.

Was wird besteuert?

Praktisch alle Vermögenswerte. Für Bargeld, Kontoguthaben oder Wertschriften sind die Steuersätze des Kantons massgebend, in dem der Erblasser seinen Wohnsitz hatte. Immobilien werden an ihrem Standort besteuert.

Lässt sich die Steuer reduzieren?

Wer Immobilien in einem steuergünstigen Kanton hat, kann sie schon zu Lebzeiten steuergünstig verschenken. Werden sie aber nach dem Tod vererbt, können am Wohnsitz des Verstorbenen Steuern anfallen. Entscheidend ist dann nämlich die Erbquote und nicht allein der Standort der Immobilie. Oder: Statt Vermögen zu schenken, kann man jemandem nur die Nutzniessung daran übertragen. Die Vor- und Nachteile muss man sorgfältig abwägen. In einigen Fällen kann man Steuern sparen, indem man im Testament Vor- und Nacherben einsetzt. Und: Steuerbehörden addieren die Übertragungen an eine Person, auch wenn sie über mehrere Jahre verteilt sind. Auch die Freibeträge gelten in der Regel nur einmal pro Person. Einige Kantone beschränken die Aufrechnung auf die letzten fünf oder zehn Jahre. Dort kann es sich lohnen, eine Erbschaft in mehrere Erbvorbezüge aufzuteilen.

Merkblatt: Steuern auf Erbschaften und Schenkungen sparen

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