Ersatzerben

Für jeden Erben lassen sich so genannte Ersatzerben bestimmen für den Fall, dass ein Erbe vor dem Verfasser des Testaments stirbt.

Natürlich könnte man in einem solchen Fall auch das Testament ändern und für die verstorbene Person neue Erben einsetzen. Das ist aber unter Umständen nicht mehr möglich. Man denke zum Beispiel an die Situation, dass ein Erbe gleichzeitig mit dem Erblasser stirbt, etwa bei einem Autounfall. Oder dass man aus gesundheitlichen Gründen nicht urteilsfähig ist und deshalb kein rechtlich gültiges Testament mehr verfassen kann.

Die Folge könnte sein, dass jemand zum Zug kommt, den man gar nicht berücksichtigen wollte. Wenn ein gesetzlicher Erbe vor dem Erblasser stirbt, kommen seine Nachkommen an seiner Stelle zum Zug. Ist hingegen ein nicht-gesetzlicher Erbe bereits gestorben, geht sein Anteil zurück an die gesetzlichen Erben des Erblassers, nicht an die Nachkommen des verstorbenen Erben.

Beispiel: Ein Unternehmer hinterlässt neben seiner Ehefrau ein Kind. Die freie Quote hat er im Testament seinem Bruder zugewiesen. Der Bruder ist allerdings ein Jahr vor ihm gestorben. Wer erhält nun den Anteil des Bruders? Nach dem Gesetz ist der Bruder nicht erbberechtigt, deshalb geht sein Anteil zurück an die gesetzlichen Erben, also an die Frau und das Kind des Verstorbenen.

Hätte der Verstorbene gewollt, dass seine Schwester anstelle des Bruders zum Zug kommt, hätte er sie als Ersatzerbin für den Bruder bestimmen müssen. Anders liegt der Fall, wenn die Ehefrau bei der Testamentseröffnung bereits gestorben ist. Da sie zu den gesetzlichen Erben gehört, kommt ihr Anteil ihren Nachkommen zugute.

Problematisch könnte dies sein, wenn sie Kinder aus einer früheren Beziehung hat. Ihre Kinder erben dann auch einen Teil der Hinterlassenschaft ihres Stiefvaters. Hätte der Verstorbene gewollt, dass nach dem Tod seiner Frau nur sein eigenes Kind berücksichtigt wird, hätte er sein Kind als Ersatzerben für seine Frau einsetzen müssen.

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