Andere Vorsorgeguthaben

Viele Erwerbstätige haben zusätzlich zu ihrer Pensionskasse Guthaben in der 2. Säule (Freizügigkeitskonten oder -policen) oder in der steuerbegünstigten 3. Säule (3a-Konto oder 3a-Police).

Nach dem Tod des Inhabers gehen diese Guthaben an die folgenden Personen, und zwar in der genannten Reihenfolge:

  1. an die Hinterlassenen, wie sie im BVG definiert sind;
  2. an Personen, die der Verstorbene finanziell erheblich unterstützt hat, oder an die Person, mit der er in den letzten fünf Jahren vor seinem Tod eine Lebensgemeinschaft geführt hat oder die für den Unterhalt von gemeinsamen Kindern aufkommen muss;
  3. an die übrigen Kinder, die Eltern oder Geschwister;
  4. an die übrigen gesetzlichen Erben.

Guthaben in der Säule 3a gehen:

  1. an den überlebenden Ehe- oder eingetragenen Partner;
  2. an die direkten Nachkommen des Verstorbenen oder an Personen, die der Verstorbene finanziell erheblich unterstützt hat, oder an die Person, mit der er in den letzten fünf Jahren vor seinem Tod eine Lebensgemeinschaft geführt hat oder die für den Unterhalt von gemeinsamen Kindern aufkommen muss;
  3. an die Eltern;
  4. an die Geschwister;
  5. an die übrigen Erben.

Das bedeutet unter anderem, dass man seinen langjährigen Konkubinatspartner begünstigen kann, falls man keine unterstützungsberechtigten Kinder hinterlässt. Wer will, kann Personen unter 3. bis 5. unterschiedliche Quoten zuteilen. Beispiel: Die Eltern und der Bruder sollen je die Hälfte des 3a-Guthabens erhalten.       

Wer jemanden begünstigen möchte, der zu einer der aufgeführten Gruppen gehört, kann das im Vertrag mit der Bank oder Versicherungsgesellschaft festhalten. Es empfiehlt sich, die Begünstigung zusätzlich im Testament aufzuführen, etwa wie folgt: «Mein Guthaben auf dem 3. Säule-Konto bei der Bank XY soll meine Lebenspartnerin Kathrin S. erhalten.»

Bei 3a-Konten und -Depots fällt der Saldo zum Zeitpunkt des Todes in den Nachlass, bei 3a-Policen der Rückkaufswert. Das Nachlassvermögen ist die Basis für die Berechnung der Pflichtteile. Das kann dann von Bedeutung sein, wenn die verstorbene Person ausser der 3. Säule wenig Vermögen hinterlässt.

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