Wann sich Schulden lohnen

Höhere Schulden zu machen als nötig lohnt sich vereinfacht gesagt immer dann, wenn das Kapital zu einer höheren Rendite angelegt wird, als die Hypothek kostet. Steuern spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die Steuern reduzieren die Kosten von Schulden, schmälern aber je nachdem auch die Rendite einer Geldanlage.

Zentral ist bei dieser Betrachtung der so genannte Grenzsteuersatz. Er drückt aus, wie stark ein zusätzlicher Franken steuerbares Einkommen besteuert wird beziehungsweise wie stark die Steuerrechnung mit jedem Franken weniger Einkommen sinkt. Beträgt der Grenzsteuersatz 25 Prozent, gehen von jedem zusätzlich verdienten Franken 25 Rappen an den Fiskus.

Für jeden Franken, den man in seiner Steuererklärung zusätzlich vom Einkommen abziehen kann, spart man umgekehrt 25 Rappen Steuern. Bei hohen Einkommen beträgt der Grenzsteuersatz je nach Wohnort mehr als 40 Prozent.

Eine Hypothek zu 1,5 Prozent zum Beispiel kostet nach Abzug der Steuerersparnis bei einem Grenzsteuersatz von 33 Prozent netto 1 Prozent Prozent. Wer Geld in eine Kassenobligation investiert, erzielt einen Zins, nehmen wir an 0,5 Prozent pro Jahr.

Weil ein Grossteil dieser Rendite als steuerbare Zinserträge anfällt, beläuft sich die Nettorendite nach Steuern bei einem Grenzsteuersatz von 33 Prozent auf rund 0,33 Prozent. Die höhere Hypothek zahlt sich in diesem Fall nicht aus.

Beachten Sie Folgendes beim Vergleich zwischen den Nettokosten der Hypothek und dem Nettoertrag der Geldanlage: Je höher die Rendite einer Anlage, desto höher das Risiko. Gleichen Sie die Laufzeit der Hypothek möglichst der geplanten Anlagedauer an. Damit schützen Sie sich vor einem möglichen Zinsanstieg in der Zukunft, der Ihnen einen Strich durch Ihre Rechnung machen könnte.

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