Verpfändung oder Vorbezug?

Ein Vorbezug schmälert die Rente im Alter in der Regel erheblich, bei vielen Pensionskassen auch die Leistungen bei Tod oder Invalidität. Bei einer Verpfändung bleibt das Geld in der Pensionskasse, und der Versicherte erhält nach wie vor die vollen Leistungen.

Pensionskassen-Guthaben muss man beim Bezug als Einkommen versteuern, allerdings separat vom übrigen Einkommen und zu einem reduzierten Steuersatz. Der Steuerbetrag fällt je nach Wohnort und Betrag unterschiedlich aus (zum kantonalen Steuervergleich). 

Die Vorsorgeeinrichtung überweist das Geld direkt an die Hypothekarbank. Die Steuern muss der Bezüger folglich aus anderen Mitteln begleichen.

Bei einer Verpfändung dient das Pensionskassenguthaben der Bank als Sicherheit. Im Gegenzug gewährt sie ein zusätzliches Hypothekardarlehen in Höhe von maximal 90 Prozent der verpfändeten Summe. Falls der Kreditnehmer seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, kann die Bank auf das Guthaben zugreifen, die Hypotheken reduzieren und mit den restlichen 10 Prozent die Auszahlungssteuern bezahlen.

Verpfändete PK-Guthaben sind für die Banken eine solide Sicherheit. Darum gewähren sie eine Hypothek, sofern die höheren Kosten tragbar sind, von bis zu 90 Prozent des Liegenschaftswerts statt den üblichen 80 Prozent. Eine Zusatz-Hypothek, die mit PK-Geld gesichert ist, bekommt man in der Regel zu den gleichen Zinskonditionen wie eine erste Hypothek. Die Zusatz-Hypothek wird wie eine zweite Hypothek behandelt und muss innert 15 Jahren vollständig amortisiert sein.

Wer sein PK-Guthaben verpfändet statt bezieht, kann weiterhin freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse tätigen. Solche Einkäufe sind steuerlich sehr vorteilhaft, weil man den eingezahlten Betrag vom steuerbaren Einkommen abziehen kann. Nach einem Vorbezug sind freiwillige Einkäufe erst wieder möglich, wenn das vorbezogene Geld in die Pensionskasse zurückbezahlt wurde.

Finanzierung des Eigenheims mit PK-Guthaben
Basis: 45-jähriger Mann, Kontoguthaben von 100’000 Franken, PK-Guthaben von 150’000 Fr.; Kaufpreis des Eigenheims: 800’000 Fr.

Die Kosten einer Verpfändung sind auf den ersten Blick deutlich höher als bei einem Bezug des PK-Guthabens. Die höhere Hypothek bedeutet höhere Zinskosten, und weil die Zusatz-Hypothek bis zur Pensionierung amortisiert sein muss, fallen auch die jährlichen Amortisationsraten höher aus. 

Der Kostenunterschied ist weniger gross, wenn man die Auswirkungen auf die Steuern und die Vorsorge berücksichtigt. Wenn man sein PK-Guthaben nur verpfändet, bleiben die versicherten Leistungen gleich. Bei einem Bezug muss man die Leistungseinbussen hingegen kompensieren. 

Einerseits muss man jedes Jahr einen Betrag auf die Seite legen, damit die Altersrente nicht deutlich tiefer ausfällt als im Fall einer Verpfändung. Andererseits fallen Versicherungsprämien an, um die geringeren Leistungen bei Tod und Invalidität auszugleichen.

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