Die vorzeitige Auflösung einer Festhypothek kann sehr teuer werden

Eine Scheidung, ein Wechsel des Arbeitsortes oder der Tod des Partners kann dazu führen, dass man die Liegenschaft verkaufen und Festhypotheken vorzeitig auflösen muss. Dabei können Kosten von mehreren zehntausend Franken anfallen.

Die Bank legt die zurückbezahlte Hypothekarsumme während der Restlaufzeit am Geld- oder Kapitalmarkt an. Erhält die Bank dort weniger Zins als für die Hypothek, entsteht ihr ein Verlust, den sie dem Kreditnehmer als sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung oder Ausstiegsentschädigung in Rechnung stellt.

Ein Beispiel: Ein Ehepaar nimmt eine 10-jährige Festhypothek zu 2 Prozent auf. Nach fünf Jahren muss das Paar sein Haus infolge Scheidung verkaufen und die Festhypothek auflösen. Erhält die Bank während der 5-jährigen Restlaufzeit am Kapitalmarkt 0,5 Prozent Zins, beträgt ihr Verlust 1,5 Prozent pro Jahr oder 7,5 Prozent bezogen auf die gesamte Restlaufzeit. Bei einer Hypothek von 500'000 Franken sind das 37'500 Franken.

So berechnet sich die Ausstiegsentschädigung aus einer Festhypothek
Beispiel: 10-jährige Festhypothek, vorzeitige Auflösung nach 5 Jahren
So berechnet sich die Ausstiegsentschädigung aus einer Festhypothek

Sind die Zinsen am Kapitalmarkt negativ, müssen Hausbesitzer bei einigen Banken nicht nur sämtliche Zinsen bis zum Verfall zahlen, sondern zusätzlich noch die Negativzinsen. Sind die Zinsen am Kapitalmarkt hingegen gestiegen, erzielt die Bank einen Zinsgewinn, den allerdings nur wenige Banken dem Kreditnehmer weitergeben.

Vor dem Abschluss einer Festhypothek sollte man deshalb unbedingt das Kleingedruckte lesen und Anbieter bevorzugen, die auch eine Entschädigung zugunsten des Kreditnehmers im Falle von höheren Zinsen vorsehen.

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