Was sind "aktive" ETF?

Die Herausgeber von ETF reagieren mit immer neuen Produkten auf den Erfolg dieser Anlageinstrumente: zum Beispiel mit aktiven ETF, die nicht mehr viel mit der ursprünglichen Idee eines ETF zu tun haben.

ETF sind börsengehandelte Anlagefonds, die einen Index eins zu eins abzubilden versuchen. Dank dieser einfachen Konstruktion können sie auf ein teures Fondsmanagement verzichten. Sie sind deshalb günstiger, transparenter und oft auch erfolgreicher als aktiv verwaltete Anlagefonds.

Diese klassische ETF-Definition gilt heute leider je länger je weniger. Der Erfolg der ETF hat dazu geführt, dass komplexere und oft weniger transparente, aber vielfach teurere Produkte auf den Markt gekommen sind. So sind an der Schweizer Börse SIX mittlerweile auch sogenannte aktive ETF erhältlich. Diese Produkte unterscheiden sich so stark von herkömmlichen ETF, dass die Finanzmarktaufsicht Finma die SIX angewiesen hat, ein eigenes Börsensegment dafür zu schaffen, um die Anleger nicht zu verwirren.

Bei aktiven ETF kann ein Fondsmanager die Zusammensetzung des Fonds laufend ändern, indem er Wertpapiere kauft und verkauft. Er versucht damit, auf Trends im Markt zu reagieren und Chancen gewinnbringend zu nutzen. Aktive ETF versuchen den Vergleichsindex zu schlagen.

Vorteile bei Handelbarkeit und Transparenz

Aktive ETF sind mit herkömmlichen aktiven Anlagefonds vergleichbar und unterscheiden sich von diesen vor allem durch die Vorteile des Börsenhandels: laufende Handelbarkeit, Transparenz der Preisgestaltung und höhere Sicherheit.

Die heute an der SIX kotierten aktiven ETF verfolgen einen Trend- oder einem Value-Ansatz. Der Trend-Ansatz konzentriert sich auf Anlagechancen, die sich durch das Verhalten der Anleger ergeben. Der Value-Ansatz legt den Fokus auf die Bewertung der Unternehmen.

Gefahr, Indexrendite zu verpassen

Die Regeln, die diesen Ansätzen zu Grunde liegen, sind für die Anleger nicht nachvollziehbar und somit intransparent. Bei den aktiven ETF besteht die Gefahr, die Indexrendite deutlich zu verpassen. Zudem sind aktive ETF oft teurer als herkömmliche.

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