Wann ist Zeit für eine Depotanalyse?

Wer sein Depot fit macht, kann Risiken reduzieren und die künftige Rendite optimieren.

Viele Anleger machen immer wieder die gleichen Fehler. Sie kaufen, wenn die Kurse hoch sind. Und sie verkaufen, wenn die Kurse tief sind. Oder sie kaufen bei tiefen Kursen hinzu, und die Kurse fallen weiter. Oder sie lassen Nieten während Jahren in ihrem Depot liegen: Sie wollen Verluste aussitzen und verpassen Gewinne.

Auch ein Blick in viele Depots offenbart unverzeihliche Fehler. Viele sind schlecht diversifiziert. Sie sind zu stark in Schweizer Werte investiert, in wenige Branchen oder exotische Anlagen. Andere enthalten fast nur bankeigene Produkte, auch wenn diese mehr kosten und schlechter rentieren als Alternativen. Oder sie sind voller Strukturierter Produkte mit undurchsichtigen Kosten und schwer abschätzbaren Risiken.

Überstürzte Käufe und Verkäufe, unausgewogene Depots: Hier fehlt es offensichtlich an einer Anlagestrategie. Dabei entscheidet eine klare Strategie massgeblich über Erfolg und Misserfolg. Die Performance eines Depots hängt zu rund 70 Prozent von der Strategie ab. Taktische Depotanpassungen machen rund 20 Prozent des Anlageerfolgs aus, die Wahl der einzelnen Titel nur 10 Prozent. Wer gut aufgestellt sein will, sollte sein Vermögen richtig ausrichten: Chancen erhöhen, Risiken senken, Kosten optimieren.

Jede Anlagestrategie ist individuell. Sie richtet sich nach den Zielen, der Anlagedauer und der Risikofähigkeit des Anlegers. Sie setzt Antworten auf Fragen um wie: Welche Bezüge sind in welchem Zeitraum geplant? Wie lange soll das Geld angelegt werden? Wie hohe Kursschwankungen verkraftet der Anleger? Die Strategie hat zum Ziel, das Vermögen in verschiedene Anlageklassen aufzuteilen im Einklang mit Anlagedauer und Risikobereitschaft. Je höher Anlagedauer und Risikobereitschaft sind, desto höher darf der Aktienanteil sein.

Steht die Strategie, lohnt sich ein Blick auf die Kosten. Ein Vergleich zeigt, wie gross die Unterschiede sind – sowohl zwischen den einzelnen Produkten als auch zwischen den Depotbanken.

Die Depotbank sollte nicht nur günstig sein, sondern auch einen guten Service und aussagekräftige Performance-Berichte bieten: Weist der Depotausweis Nettorenditen aus? Vergleicht er die Anlagen mit der Benchmark? Die Kosten der einzelnen Produkte sind ebenfalls massgeblich verantwortlich für den Anlageerfolg.

Vorsicht vor Strukturierten Produkten: Sie erlauben ihren Herausgebern Gebühren zu verstecken. Wer die Kosten optimiert, erzielt längerfristig eine deutliche Mehrrendite – oft bei gleichzeitig geringerem Risiko.

Das Risiko lässt sich weiter senken, indem man ausreichend diversifiziert, in Fonds statt in Einzeltitel, in verschiedene Regionen und Branchen. Eine angemessene Diversifikation verhindert Klumpenrisiken und vermeidet wirkungslose und kostenintensive Kleinstpositionen.

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