So investieren Schweizerinnen und Schweizer

Von 2010 bis 2019 hat das VZ VermögensZentrum fast 30'000 Wertschriftendepots unter die Lupe genommen. Die Auswertung zeigt: In den meisten Depots stecken überhöhte Risiken und verdeckte Kosten.

Wie haben Anlegerinnen und Anleger in den letzten zehn Jahren ihr Geld angelegt? Diese Frage beleuchtet eine Studie des VZ VermögensZentrums. Im Auftrag von rund 16'000 Personen haben die Experten des VZ mehr als 28'000 Wertschriftendepots ausgewertet. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse der Studie:

Mehr bankeigene Produkte

Auffallend ist, dass der Anteil bankeigener Anlage-Produkte in den Depots deutlich zugenommen hat (siehe Grafik). Das ist problematisch – und zwar aus mehreren Gründen: Die Berater vieler Banken haben einen Interessenkonflikt, weil es für sie vorteilhafter ist, die Produkte der eigenen Bank zu empfehlen. Gleichzeitig schneiden Fonds vieler Banken höchstens mittelmässig ab, einige liegen sogar weit hinter den besten ihrer Kategorie. Darunter leidet die Rendite der Wertschriftendepots. Die Studie zeigt, dass die Rendite umso weiter unter der Marktrendite liegt, je grösser der Anteil der bankeigenen Produkte im Depot ist.

Das Gewicht bankeigener Produkte ist seit 2010 deutlich gestiegen
Anteil bankeigener Finanz-Produkte am Wert von über 28'000 Depots, die das VZ im Auftrag von Anlegerinnen und Anlegern analysiert hat.
Das Gewicht bankeigener Produkte ist seit 2010 deutlich gestiegen

Höhere Aktienquote

Auch die Aktienquote ist deutlich gestiegen, nämlich von 46,6 auf fast 53 Prozent. Davon entfallen mehr als die Hälfte auf Schweizer Aktien. Je älter die Anleger sind, desto höher ist dieser Anteil. Umgekehrt investieren Anleger umso mehr in ausländische Aktien, je jünger sie sind. Interessanterweise ist die Aktienquote von Anlegern in der Deutschschweiz höher als die von Anlegern aus der Westschweiz und aus dem Tessin.

Weniger Einzeltitel

Die Anzahl der Einzeltitel wie Aktien und Obligationen hat sich im Beobachtungszeitraum praktisch halbiert. Nach wie vor gibt es aber Depots mit erheblichen Klumpenrisiken, also einem übermässigen Gewicht eines Titels, eines Markts oder einer Branche. Bei anderen fehlt eine Diversifikation über Anlageklassen und Anlagestrategien. Auch Kleinstpositionen finden sich in fast jedem Depot. Sie tragen kaum zur Diversifikation bei und verursachen unnötige Gebühren.

Tiefere Produktkosten

Die Kosten der Anlageprodukte sind gesunken. Das liegt daran, dass immer mehr günstige Produkte wie ETF eingesetzt werden. Anleger sind heute kostensensitiver, und der Wettbewerb zwischen den Anbietern hat sich verschärft.

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