Risiken von ETF

Die drei grössten Risiken von ETF sind das Wertschwankungsrisiko, der Tracking Error und das Gegenparteirisiko.

ETF haben wie sämtliche Anlageprodukte ein Wertschwankungsrisiko. Verliert der zugrundeliegende Index an Wert, büsst auch der ETF an Flughöhe ein. Zum Wertschwankungsrisiko zählt auch das Währungsrisiko. Dabei ist zwischen der Handels- und der Titelkomponentenwährung zu unterscheiden. Die Handelswährung entspricht der Währung, in der das Produkt vertrieben wird. Schwankungen der Handelswährungen zum Schweizer Franken haben keine Auswirkungen auf die Rendite des ETF.

Das Wertschwankungsrisiko bezieht sich auf die Währung der im ETF enthaltenen Titel. Ein ETF mit Handelswährung Schweizer Franken kann Aktien von Unternehmen in vielen Ländern mit unterschiedlichen Währungen enthalten. Verlieren diese Währungen der Titelkomponenten gegenüber dem Schweizer Franken an Wert, schmälert das die Rendite des ETF.

Das Ziel eines ETF ist es, einen Index möglichst genau abzubilden. Gewisse Abweichungen zwischen dem ETF und dem Index lassen sich dabei nicht verhindern. Dieses Abweichungsrisiko wird als Tracking Error bezeichnet. Ein Grund für den Tracking Error sind die Verwaltungsgebühren des ETF, die zu einer Renditedifferenz führen.

Risiko Wertschriftenleihe

ETF können zudem je nach Ausgestaltung ein beschränktes Gegenparteirisiko haben. Dafür verantwortlich ist entweder eine Wertschriftenleihe oder ein Tauschgeschäft. Eine Wertschriftenleihe kommt vor allem bei physisch replizierten ETF vor. Diese Fonds investieren direkt in die im jeweiligen Index enthaltenen Titel. Dabei kann der ETF-Anbieter diese Titel für eine bestimmte Zeit und gegen Sicherheiten an eine andere Partei ausleihen.

Der ETF-Anbieter geht dabei zwar das Risiko ein, dass die Gegenpartei die Aktien nicht mehr zurückgeben kann. Doch er erhält im Gegenzug Sicherheiten wie andere Aktien, Obligationen und sonstige Wertpapiere. Zudem verlangt der ETF-Anbieter von der Gegenpartei eine Leihgebühr, die teilweise dem ETF-Vermögen gutgeschrieben wird und zur Rendite des ETF beiträgt. Damit profitiert der Anleger von solchen Wertpapierleihen.

Gemäss der europäischen Fonds-Richtlinie UCITS sowie nach Schweizer Kollektivanlagegesetz darf die Höhe der ausgeliehenen Wertpapiere bis zu 100 Prozent des ETF-Vermögens betragen. In der Praxis ist die durchschnittliche Leihquote aber deutlich geringer. Gewisse ETF-Anbieter beschränken sie beispielsweise auf 50 Prozent, andere schliessen sie ganz aus und wieder andere garantieren ihren Anlegern, einen allfälligen Verlust auf Grund einer Wertpapierleihe selbst zu tragen.

Gegenparteirisiko bei Tauschgeschäft

Neben der physischen Replikation können ETF-Anbieter ihre Produkte auch synthetisch replizieren. Ein synthetisch replizierter ETF kann beliebige Titel halten. Sie müssen nicht den im Vergleichsindex enthaltenen Titeln entsprechen. Die Indexnachbildung erfolgt mittels eines Tauschgeschäfts, eines sogenannten Swaps: Der ETF-Anbieter tauscht die Rendite seiner Titel gegen die Rendite des abzubildenden Indexes.

Die Gegenpartei eines solchen Tauschgeschäfts ist oft eine Investment Bank. Weil sie in Konkurs gehen kann, weisen grundsätzlich auch synthetisch replizierte ETF Gegenparteirisiken auf. Allerdings dürfen diese Risiken nicht mehr als 10 Prozent des ETF-Vermögens betragen. In der Praxis sind die Gegenparteirisiken allerdings tiefer und die ETF-Anbieter schützen sich mit hinterlegten Sicherheiten vor einem Konkurs der Gegenpartei oder verteilen die Risiken auf mehrere Gegenparteien.

Der Vorteil von synthetischen Produkten: Sie eignen sich besser, um beispielsweise illiquide Märkte abzubilden. Gewisse Märkte etwa im Rohstoffbereich lassen sich nur synthetisch abbilden.

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