Regelbasierte Aktienselektion

Wer in Aktien investiert, muss die richtigen Titel finden. Das ist anspruchsvoll. Erfolgversprechend sind regelbasierte Ansätze. Sie folgen klaren, wissenschaftlich fundierten und erprobten Regeln und vermeiden unsichere Prognosen.

Aktienkurse schwanken in der Regel stark. Das birgt Risiken, bietet aber auch Chancen. Eine einzelne Aktie kann eine deutlich höhere Rendite erzielen als ein ETF oder ein aktiver Anlagefonds, die einen ganzen Aktienkorb umfassen. Die Selektion der herausragenden Aktien ist allerdings anspruchsvoll.

Eine interessante Methode zur Wahl der chancenreichen Aktien folgt dem Prinzip "Kaufe, was gut läuft". Es nutzt die Erkenntnis, dass Aktien mit starker Entwicklung in jüngster Vergangenheit meist auch in näherer Zukunft eine gute Rendite erzielen werden. Man spricht in diesem Zusammenhang oft davon, dass solche Aktien Momentum haben oder eine relative Stärke gegenüber anderen Aktien aufweisen.

Wer nach dem Prinzip der relativen Stärke investiert, kauft Aktien, die sich in jüngster Vergangenheit stark entwickelten. Und er meidet Aktien, die jüngst eine schlechte Rendite erzielten. Für den Aufbau eines Aktienportfolios nach dem Prinzip "Kaufe, was gut läuft" empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

Schritt 1: Definition des Anlageuniversums

Der Anleger hält fest, welche Gruppe von Aktien für die Wahl der Titel mit dem stärksten Momentum zur Verfügung stehen soll. Dieses sogenannte Anlageuniversum kann beispielsweise einem Aktienindex entsprechen. Indizes mit einer grossen Anzahl Titel wie der SPI mit mehr als 200 Aktien eignen sich besser als Indizes mit nur wenigen Titeln wie der SMI mit lediglich 20 Aktien.

Ein Index mit vielen Aktien enthält in der Regel mehr Titel mit einer hohen relativen Stärke. Der Index und damit das Anlageuniversum kann ein einzelnes Land, eine Region oder die ganze Welt umfassen. Für welches Land oder welche Region man sich entscheidet, hängt von den Zielen und den übrigen Anlagen des Investors ab.

Schritt 2: Selektion der Titel

Die relative Stärke lässt sich auf unterschiedliche Arten messen. Eine einfache Variante vergleicht beispielsweise lediglich die Rendite über die letzten zwölf Monate. Erfolgversprechender sind Ansätze, welche die Rendite über verschiedene Zeiträume messen und weitere Eckwerte wie das Risikomass Volatilität analysieren. Die Regeln dürfen aber nicht zu komplex sein und müssen in unterschiedlichen Marktphasen und mit unterschiedlichen Anlageuniversen zu guten Resultaten führen.

Sobald die Regeln festgelegt sind, werden sie nicht mehr geändert. Der Anleger misst nun die relative Stärke aller im Anlageuniversum enthaltenen Titel und erstellt eine Rangliste. Oben stehen die Titel mit dem stärksten Momentum in der jüngsten Vergangenheit, unten jene mit dem schwächsten Momentum. Der Anleger investiert nur in die Titel mit der grössten relativen Stärke. Er kann je nach Renditeziel und Risikotoleranz beispielsweise in drei, in fünf oder in noch mehr Titel investieren. Je weniger Titel er berücksichtigt, desto grösser ist das Renditepotenzial, aber auch das Risiko.

Schritt 3: Überwachung der Titel

Jedes Momentum ist früher oder später zu Ende. Titel mit aussergewöhnlich erfolgreicher Entwicklung in der Vergangenheit brechen bei einer Korrektur des Gesamtmarktes oft besonders stark ein. Eine strikte und ebenfalls regelbasierte Überwachung des Risikos der Anlage ist daher unumgänglich. Dieses Risikomanagement sollte folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Regelmässige Aktualisierung der Rangliste: Der Anleger muss die Rangliste in regelmässigen Abständen, beispielsweise monatlich, aktualisieren. Haben einzelne Titel seit der letzten Erhebung deutlich an Momentum verloren, werden sie verkauft und durch die Titel mit dem aktuell stärksten Momentum ersetzt. Das stellt sicher, dass laufend in die stärksten Titel investiert wird.
  • Risikomanagement auf Titelebene: Um grosse Verluste aufgrund eines heftigen und schnellen Kurseinbruchs zu verhindern, sollte der Anleger zusätzlich die täglichen Kursänderungen jedes Titels analysieren und die Aktie sofort verkaufen, wenn ihr Kursverlust zu gross ist.
  • Risikomanagement auf Gesamtmarktebene: Zusätzlich zur Analyse der einzelnen Aktien empfiehlt sich eine Analyse des Gesamtmarkts, ebenfalls mit regelbasierten Trendmessungen. Der Anleger erkennt damit, ob der Markt in einem Aufwärts- oder in einem Abwärtstrend liegt. Befindet er sich in einer Korrekturphase, sollte der Anleger sämtliche Aktien verkaufen, um seinen Verlust zu begrenzen. In Krisen ist es zu riskant, an einzelnen Aktien festzuhalten, weil in solchen Phasen fast alle Aktienkurse einbrechen, unabhängig von der Qualität der einzelnen Unternehmen.

Mit dem Vermögensverwaltungsmandat Top 15 Aktien Welt investieren Sie in ein sehr konzentriertes Aktienportfolio. Die Aktien werden nach dem Prinzip der relativen Stärke ausgewählt und systematisch überwacht.

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