Nachhaltige Anlagen: Was steckt dahinter?

Immer mehr Anleger möchten den Aspekt der Nachhaltigkeit auch bei der Geldanlage berücksichtigen. Doch was beinhaltet nachhaltiges Anlegen konkret?

Nachhaltig investieren kann bedeuten, gewisse heikle Branchen explizit zu meiden, sich für die besten Firmen mit ökologischen, sozialen und ethischen Zielen zu engagieren oder in jene Unternehmen zu investieren, welche mit ihrer Geschäftstätigkeit einen besonders positiven Einfluss haben.

1. Ausschluss

Anlagelösungen, welche sogenannte Ausschlusskriterien in ihrer Titelauswahl anwenden, versuchen Anlagen in Unternehmen zu vermeiden, die ihren Umsatz mit heiklen Geschäftstätigkeiten wie Waffenproduktion oder Glücksspiel erwirtschaften. Auch Firmen der Erotik-, Tabak- und Alkohol-Industrie werden oft gemieden.

Das Ziel: Eine negative Beeinflussung der Umwelt und der Gesellschaft verhindern.

2. Best-in-Class

Häufig wird der Anspruch an Nachhaltigkeit auch so umgesetzt, dass Unternehmen anhand ihres Verhaltens und Einflusses in den Dimensionen Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung untereinander verglichen werden. Und daraus dann die besten ausgewählt werden.

Dabei gilt es, Verantwortung in dreierlei Hinsicht zu übernehmen: Ökologisch, sozial und unternehmerisch (messbar am ESG-Score).

  • E: ökologisch (Environmental):

Vermeiden von Unternehmen mit Aktivitäten, die den Klimawandel begünstigen, natürliche Ressourcen ausbeuten, die Ozonschicht angreifen oder die Artenvielfalt beeinträchtigen. Bevorzugen von Unternehmen mit Aktivitäten, die einen Beitrag zur Entwicklung von umweltverträglichen Technologien, Produkten und Dienstleistungen leisten.

  • S: sozial (Social):

Vermeiden von Unternehmen, die in ernsthafte Kontroversen bezüglich Menschenrechte involviert sind, Arbeitsrechte verletzen oder mit ihren Aktivitäten die Gesundheit und Sicherheit von Menschen bedrohen. Bevorzugen von Unternehmen mit Aktivitäten, die einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität leisten.

  • G: unternehmerisch (Governance):

Vermeiden von Unternehmen, die nicht im Interesse der Aktionäre handeln und gegen die Prinzipien einer einwandfreien Geschäftsführung verstossen. Bevorzugen von Unternehmen, die mit einer vorbildlichen Unternehmensführung überzeugen. 

Das Ziel: Bevorzugen der Unternehmen, die innerhalb ihrer Branche die höchsten ethischen, ökologischen und unternehmerischen Standards einhalten und damit die Geschäftspraxis nachhaltiger gestalten.

3. Positiver Einfluss

Eine dritte Möglichkeit, nachhaltig zu investieren, liegt im gezielten Fokus auf positiven Einfluss. Dabei werden Anlagelösungen bevorzugt, die Unternehmen fördern, die einen positiven Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft ausüben. Mögliche Anlagethemen sind dabei erneuerbare Energien, nachhaltige Wasserwertschöpfungskette oder Mikrofinanz.

Das Ziel: Mit der Geldanlage Unternehmen fördern, die einen aktiven Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt leisten. Und dadurch zur Bewältigung von globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Erschöpfung von Ressourcen oder Armut beitragen. 

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