Interessenkonflikt der Banken kostet Rendite

Viele Banken sind nicht nur Vermögensverwalter, sie stellen auch eigene Finanzprodukte her wie Anlagefonds oder strukturierte Produkte. Das führt zu falschen Anreizen, die unabhängige Vermögensverwalter nicht haben.

Von Banken verwaltete Wertschriftendepots bestehen oft zu einem grossen Teil aus bankeigenen Produkten. Das liegt daran, dass die Banken an eigenen Produkten mehr verdienen als an Fremdprodukten. Legen sie ihren Vermögensverwaltungskunden hauseigene Produkte ins Depot, dann verdienen sie sogar doppelt: an den Gebühren für die Verwaltung des Depots sowie an den Produkten.

Das VZ hat in einer umfangreichen Studie zum Anlegerverhalten in der Schweiz mehr als 28'000 Depots von Banken über einen Zeitraum von zehn Jahren analysiert. Die Studie zeigt unter anderem, dass der Anteil bankeigener Produkte in Kundendepots in den letzten Jahren stark gestiegen ist. Und je höher dieser Anteil ist, desto eher liegen im Wertschriftendepot vor allem aktiv verwaltete Anlagefonds.

Aktive Anlagefonds versuchen mit aufwendigen Verfahren, eine Mehrrendite gegenüber dem Markt zu erzielen. Das verursacht einerseits hohe Kosten, und andererseits gelingt es erwiesenermassen nur den wenigsten Fonds, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Günstige Anlageprodukte wie Indexfonds oder ETF, die sich darauf beschränken, einen Index möglichst 1:1 abzubilden, finden sich in den Depots von Banken eher selten.

Bankeigene Produkte belasten die Rendite erheblich

Welchen Einfluss das auf die Rendite hat, zeigt eine weitere Studie des VZ zu den Depotrenditen im Corona-Jahr 2020. Demnach lag die Rendite umso weiter unter der Marktrendite, je mehr bankeigene Produkte in einem Depot lagen. Ein Depot, das zu 75 bis 100 Prozent aus Produkten der eigenen Bank besteht, rentierte im Schnitt 2,2 Prozent weniger als ein vergleichbares Depot mit kostengünstigen ETF und Indexfonds. Depots mit bankeigenen Produkten von 50 bis 75 Prozent wiesen 2020 eine Minderrendite von 1,9 Prozent im Vergleich zur Marktrendite auf.

Nicht nur die hohen Kosten von aktiven Fonds vermindern die Rendite der Bankkunden. Auch schneiden die Fonds vieler Banken höchstens mittelmässig ab. Einige liegen sogar weit hinter den Renditen der besten ihrer Kategorie zurück.

Wenn Vermögensverwalter ihren Kunden Finanzprodukte von anderen Anbietern ins Depot legen, erhalten sie von diesen Anbietern oft Provisionen, die indirekt die Kunden finanzieren, zum Beispiel über Managementgebühren oder Ausgabekommissionen. Oft müssen die Kunden auf die Rückerstattung dieser sogenannten Retrozessionen verzichten. Das kann ebenfalls zu Interessenkonflikten führen, weil der Vermögensverwalter dann einen starken Anreiz hat, jene Produkte zu empfehlen, für die er die höchste Provision erhält.

Vermögensverwaltung ohne Interessenkonflikte 

Unabhängige Vermögensverwalter wie das VZ VermögensZentrum sind keiner Bank und somit keiner Anlagepolitik verpflichtet, die die eigenen Interessen höher gewichtet als jene der Kunden. Sie setzen in den Portfolios ihrer Kunden ausschliesslich die Produkte ein, die in einem objektiven Auswahlverfahren herausragen und am günstigsten sind. Faire Vermögensverwalter geben zudem Retrozessionen an ihre Kunden weiter. Beim VZ erhält jeder Kunde regelmässig eine individuelle Abrechnung über die pro Finanzprodukt anfallenden Retrozessionen.

Merkblatt: Tipps zur Wahl eines Vermögensverwalters

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