In Gold investieren: Was müssen Anleger beachten?

Gold gilt als Absicherung gegen unsichere Zeiten an den Finanzmärkten. Eine Gold-Investition kann in einem diversifizierten Portfolio also durchaus sinnvoll sein. Zu beachten ist aber, dass physisches Gold keine Zinsen abwirft und der Goldpreis oft grossen Schwankungen unterworfen ist.

In Krisenzeiten steuern Investoren vermehrt sichere Anlagehäfen an. Gold als Wertaufbewahrungsmittel gilt als ein solcher Hort der Sicherheit. Ende 2018 begann der Goldpreis zu steigen, was mit den Unsicherheiten rund um den Handelskonflikt zwischen den USA und China und den Unwägbarkeiten beim Brexit zu erklären ist. Während der Coronavirus-Krise erreichte der Preis für eine Feinunze bei über 1700 US-Dollar ein Mehrjahreshoch.

Untermauert wurde das Goldrally aber auch durch fundamentale Faktoren. Eine Schlüsselrolle spielte hier die Talfahrt der Renditen am Anleihemarkt. Dadurch sanken die sogenannten Opportunitätskosten beim Gold. Gemeint ist damit der relative Nachteil von Gold gegenüber anderen Anlagemöglichkeiten wie Anleihen, weil Gold keine Erträge wie Zinsen abwirft. Sinken die Zinsen, steht Gold im Vergleich besser da.

Investition in physisches Gold

Beim Investieren in Gold sind grundsätzlich zwei Formen zu unterscheiden. Einerseits die Investition in physisches Gold, quasi als «Notbatzen » für schlechte Zeiten. Hier steht die Wertaufbewahrungsfunktion von Gold im Mittelpunkt. Dafür eignen sich Goldmünzen, die aus möglichst reinem Gold bestehen, wie etwa kanadische Maple Leaf oder der österreichische Wiener Philharmoniker. Sie sind aus reinem Gold (999,9 Promille) und wiegen genau 1 Unze. Entsprechend sind sie nur minim teurer als der Unzenpreis des Barrens.

Der südafrikanische Krügerrand und der American Eagle enthalten auch genau 1 Unze Gold, sind wegen der Beimischung von Kupfer aber etwas schwerer. Auch beim Goldvreneli liegt der Goldgehalt mit 90 Prozent deutlich tiefer. Ein 10er-Vreneli enthält 2,9 Gramm reines Gold, ein 20er-Vreneli 5,8 Gramm. Für Goldvreneli mit Gebrauchsspuren liegen An- und Verkaufspreis meist rund 10 Prozent auseinander.

Beim Kauf von Goldbarren sollte die Stückelung nicht zu klein sein, da z.B. bei 1- oder 5-Gramm-Goldplättchen der Aufpreis hoch ist.

Indirekte Anlage

Eine zweite Form der Goldinvestition ist eine indirekte Anlage, bei der kein physisches Gold gekauft, sondern über diverse Anlageprodukte an der Entwicklung des Goldpreises partizipiert wird. Dabei sind zwei Faktoren wichtig: Erstens sollte das Anlageprodukt den Goldkurs bestmöglich nachbilden, in der Finanzsprache replizieren genannt. Zweitens sollten die laufenden Kosten des Anlageprodukts möglichst gering sein, um das Anlageergebnis bzw. die Rendite nicht zu stark zu belasten. Börsengehandelte Indexfonds, häufig Exchange Traded Funds genannt oder kurz ETF, erfüllen beide Bedingungen: Sie bilden die Wertentwicklung eines Indexes nach, in diesem Fall den Goldpreis, und sie sind relativ günstig. Deswegen eignen sie sich für Privatanleger vor allem auch für eine langfristige Geldanlage.

Wie hoch der Goldanteil am Vermögen sein soll, hängt von der jeweiligen Risikotoleranz und Risikobereitschaft des Anlegers ab. Die Frage sollte vor allem im Rahmen einer Gesamtanlagestrategie beantwortet werden. Grundsätzlich kann Gold ein Portfolio krisenfester machen, denn ein Einsatz von Gold erhöht in der Regel die Diversifikation in einem Portfolio. Das heisst, das Anlagerisiko wird auf mehrere Anlageklassen verteilt. Damit besteht die Chance, Verluste bei einigen Anlagen mit Gewinnen auf anderen Portfoliopositionen auszugleichen. Empfehlenswert ist für den Kleinanleger, höchstens 10 Prozent der Anlagesumme in Gold zu investieren.

Diese Seite teilen