Geldanlage: Worauf Sie achten müssen

Wer Geld anlegen will, muss sich zuerst eine Anlagestrategie zurechtlegen. Die Anlagestrategie definiert, welcher Anteil des Vermögens in bestimmte Anlageklassen wie Aktien und Obligationen investiert werden soll. Je nach Anforderung und Ziel stehen Anlegern in der Schweiz mehrere 1000 Anlagefonds zur Auswahl. Ein strukturiertes Vorgehen hilft, den richtigen zu finden. 

Anlagestrategie

Die passende Anlagestrategie finden

Eine passende Anlagestrategie ist das Ergebnis sorgfältiger Entscheide. Damit eine Anlagestrategie den persönlichen Bedürfnissen, Zielen und Möglichkeiten entspricht, müssen zunächst einige Fragen beantwortet werden. Was ist die persönliche Risikofähigkeit und -bereitschaft, wie sehen Depotstruktur und Gebühren aus? Und sind die Anlagen transparent und nachvollziehbar? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Risiken und zur Rendite bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Geldanlage.

Da die persönlichen Rahmenbedingungen ändern können, empfiehlt es sich, die Anlagestrategie von Zeit zu Zeit zu überprüfen. Bei der Pensionierung zum Beispiel sollte die Anlagestrategie neu ausgerichtet werden: Im Ruhestand steht nicht mehr der Vermögensaufbau im Vordergrund, sondern ein kontrollierter Vermögensverzehr. 

Risikobereitschaft

Persönliche Risikobereitschaft ermitteln

Entscheidend für die Wahl der Anlagestrategie sind vor allem die Anlagedauer und die Risikobereitschaft beziehungsweise Risikofähigkeit. Viele Anleger haben schon Erfahrung mit Wertpapieranlagen und können daraus auf ihre persönliche Risikobereitschaft schliessen.

Anleger mit einer geringen Risikobereitschaft sind bereit, Schwankungen ihres Anlagevermögens von höchstens +/– 5 Prozent zu tragen. Anleger mit mittlerer Risikobereitschaften nehmen Schwankungen von +/– 10 Prozent in Kauf. Wer sehr risikobereit ist, kann sogar bei Schwankungen von +/– 18 Prozent noch gut schlafen. Je höher die Risikobereitschaft, desto grösser der Anteil am Gesamtvermögen, der in Aktien investiert werden kann. Ein risikoscheuer Anleger, der beispielsweise 300'000 Franken investiert, muss mit jährlichen Schwankungen von +/– 15'000 Franken rechnen. Ist er bereit, ein hohes Risiko zu tragen, ist mit Schwankungen von mehr als +/– 50'000 Franken zu rechnen.

Gebühren

Transparente und niedrige Gebühren

Viele Anleger vernachlässigen die Kosten: Sie wissen oft gar nicht, wie viel Gebühren ihnen die Bank für den Kauf, Verkauf und für die Aufbewahrung von Wertpapieren belastet. Ein unabhängiger Depot-Check deckt versteckte und überhöhte Kosten auf.

Hohe Gebühren schmälern die Performance des Portfolios erheblich. Und die Kostenunterschiede zwischen den Depotbanken sind gross. Mit einem Wechsel zu einer günstigeren Bank könnten Anleger manchmal bis zu 90 Prozent Gebühren sparen. Die Depotbank sollte aber nicht nur günstig sein, sondern auch einen guten Service und aussagekräftige Performance-Berichte bieten: Die Nettorendite muss aus dem Depotauszug klar hervorgehen.

Depot-Check

Unabhängige Analyse des Wertschriftendepots

Ein unabhängiger Depot-Check zeigt auf, ob die Wertschriften optimal auf die persönlichen Anlageziele abgestimmt sind und ob die Risiken zu hoch sind oder Renditechancen verpasst werden.

Ein Depot-Check misst das Gesamtrisiko des Anlagedepots, weist auf Klumpenrisiken und ungenügende Diversifikation hin und zeigt auf, wie sich Gebühren und Kosten senken lassen. Die Erkenntnisse aus den Tests des Depot-Checks führen zu einem individuellen Anlagekonzept.

ETF

Clever und günstig investieren mit Exchange-Traded Funds

Exchange-Traded Funds (ETF) sind passive Fonds, die im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagefonds kein aktives Management haben. Sie versuchen nicht, einen bestimmten Index zu schlagen, indem sie Titel aufgrund ihrer Perspektiven kaufen und verkaufen. ETF bilden den Vergleichsindex stattdessen so gut wie möglich nach.

Da keine aktive Titelauswahl stattfindet, sind ETF viel günstiger als aktive Fonds. Anleger verzichten damit allerdings auch auf die Chance einer Mehrrendite gegenüber dem Vergleichsindex.

Regelbasierte Geldanlagen

Nach festen Regeln investieren

Viele Anleger lassen sich bei Geldanlagen von ihren Gefühlen leiten statt von nüchternen und systematischen Zahlen- und Faktenanalysen. Sie kaufen und verkaufen Wertpapiere aus einem Bauchgefühl heraus, das sich oft als falsch erweist.

Regelbasierte Anlagemodelle schalten die Gefühle der Anleger bei den Anlageentscheiden aus. Sie setzen auf vorab definierte feste Regeln, an die sie sich konsequent halten. Das ist gerade in extremen Marktphasen wichtig. Bei regelbasierten Anlegemodellen ist entscheidend, dass die Regeln vor der Erstinvestition definiert und anschliessend ohne menschliche Einmischung angewendet werden.

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