Wertschriftendepot: die häufigsten Fehler

Jedes Jahr beauftragen mehrere tausend Anlegerinnen und Anleger das VZ mit einer unabhängigen Analyse ihres Wertschriftendepots. Die VZ-Experten stellen immer wieder die gleichen Mängel fest. Wer die häufigsten Fehler vermeidet, kann den Erfolg seiner Geldanlagen deutlich erhöhen.

Hohe Risiken

Viele Anleger gehen in ihrem Wertschriftendepot zu hohe Risiken ein im Verhältnis zu ihrer Risikofähigkeit und ihrer Risikobereitschaft. Sie stufen zum Beispiel strukturierte Produkte oder alternative Anlagen als weniger riskant ein, als sie es sind. Der Aktienanteil im Depot ist häufig zu gross.

Falsche Strategie

Die Rendite eines Wertschriftendepots hängt zu etwa 70 Prozent davon ab, wie das Vermögen in Aktien, Obligationen, Immobilien und andere Anlageklassen aufgeteilt wird. Taktische Anpassungen wie zum Beispiel die rechtzeitige Reduktion der Aktienquote machen etwa 20 Prozent des Anlageerfolgs aus, die Titelwahl nur etwa 10 Prozent. Trotzdem konzentrieren sich viele Anleger fast ausschliesslich auf die Suche nach erfolgversprechenden Titeln.

Emotionale Entscheide

Viele Anleger kaufen und verkaufen Wertpapiere aus einem Bauchgefühl heraus, das sich oft als falsch herausstellt. Wer intelligenten Regeln statt Gefühlen folgt, erzielt langfristig eine höhere Rendite. In den kostenlosen VZ-Workshops erfahren Sie mehr über regelbasierte Anlagemodelle.

In 20 Jahren 76'000 Franken mehr Ertrag dank Gebühren, die um 0,5% tiefer sind
In 20 Jahren 76'000 Franken mehr Ertrag dank Gebühren, die um 0,5% tiefer sind

Wenig Diversifikation

Praktisch alle untersuchten Wertschriftendepots sind zu wenig diversifiziert. Sie enthalten Klumpenrisiken – also zu hohe Anteile einzelner Titel, Branchen oder Märkte. Oder es fehlt eine zusätzliche Diversifikation über Anlagestrategien. Solche Depots können stark an Wert verlieren, wenn die Preise von Aktien, Obligationen und Immobilien gleichzeitig einbrechen, so wie in der Finanzkrise 2008.

Schlechte Produkte

In den meisten Wertschriftendepots ist der Anteil an bankeigenen Produkten auffällig hoch. Viele Bankberater empfehlen ihre eigenen Finanzprodukte, weil sie daran mehr verdienen als an Produkten anderer Anbieter. Bankeigene Fonds schneiden im Marktvergleich häufig nur mittelmässig ab. Auch der Anteil strukturierter Produkte ist im Depot häufig zu hoch. Ihre Risiken lassen sich nur schwer abschätzen, und ihre Gebühren sind oft überhöht.

Ungenügende Bewirtschaftung

Viele Anleger vernachlässigen die Bewirtschaftung ihrer Obligationenanlagen. Sie investieren häufig in wenige Einzeltitel, die noch dazu meist aus derselben Branche stammen. Oft sind die Obligationen schlecht gestaffelt, alle verfallen innerhalb kurzer Zeit. Besser ist es, je nach Marktlage eher auf kürzere oder eher auf längere Laufzeiten zu setzen und mit einer optimalen Verfallstruktur das Wiederanlagerisiko zu reduzieren. In vielen Depots ist zudem der Anteil an Obligationen in fremden Währungen zu hoch. Solche Anlagen unterliegen starken Wechselkursschwankungen. 

Hohe Gebühren

Die meisten Anleger vernachlässigen die Bankgebühren. Schon kleine Gebührenunterschiede schlagen sich langfristig stark in der Vermögensentwicklung nieder: Bei einer Nettorendite von 2 Prozent pro Jahr wächst ein Wertschriftendepot von 500'000 Franken in zehn Jahren um rund 110'000 Franken. Wenn die Nettorendite dank tieferen Gebühren auf 2,5 Prozent steigt, legt das Depot in dieser Zeit rund 31'000 Franken mehr zu. Nach 20 Jahren hat sich diese Differenz auf über 76'000 Franken vergrössert.

Warum sich ein unabhängiger Depot-Check lohnt

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