Bitcoin – Mehr als nur Spekulationsobjekt?

Kryptowährungen sind ein Hype. Doch um was genau handelt es sich bei Bitcoin & Co? Eine kurze Einführung.

In einigen Onlineshops und Gastronomiebetrieben kann man mittlerweile damit zahlen: mit Bitcoin. Dabei handelt es sich nicht nur um die bekannteste Kryptowährung der Welt. Mit einer Marktkapitalisierung von zeitweise über 400 Mrd. US-Dollar ist sie auch die mit Abstand wichtigste.

Viele Jahre fristete der Bitcoin ein Schattendasein. Erst im Jahr 2017 sorgte der rasante Kursanstieg für Schlagzeilen und machte die Digitalwährung auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Kostete ein Bitcoin zu Jahresbeginn 2017 noch etwa 1'000 US-Dollar, übersprang der Kurs gegen Jahresende die Marke von 19'000 US-Dollar. Doch so schnell es bergauf ging, ging es auch wieder hinab: Im Februar 2018 war der Bitcoin zwischenzeitlich auf unter 6'000 US-Dollar abgestürzt.

Spekulationsobjekt

Als Zahlungsmittel im Alltag taugen die digitalen Währungen derzeit noch nicht. Neben der noch recht komplizierten und aufwändigen Technik machen es insbesondere die grossen Kursschwankungen schwierig, verbindliche Preise zu ermitteln. Der raketenhafte Kursanstieg des Bitcoin dürfte daher vor allem auf Spekulation zurückzuführen sein, sind sich viele Experten einig. Die zwischenzeitlich exorbitanten Renditen hätten viele Investoren angelockt.

Der Bitcoin sei für den Massenmarkt allerdings immer attraktiver geworden, machen einige Marktbeobachter geltend. Schliesslich werde er von immer mehr Händlern als alternatives Zahlungsmittel akzeptiert und mittlerweile gebe es auch Bitcoin-Finanzprodukte. Vor allem aber die Technik hinter Bitcoin wird als vielversprechend und zukunftsweisend angepriesen. Dabei handelt es sich um die Blockchain – ein dezentrales Buchhaltungssystem, auf dem – vereinfacht gesagt – alle Bezahlvorgänge verschlüsselt und dokumentiert werden.

Das System gilt als sehr sicher und wurde noch nie durch Hacker erfolgreich attackiert, weil die Rechenleistung dafür wohl kaum aufzubieten wäre. Und diese Technologie könnte auf andere Transaktionen übertragen werden. So könnte beispielsweise die Blockchain die Rolle des Notars übernehmen.

Regulierung und Besteuerung

Eine aus Investorensicht wichtige Frage ist, wie Bitcoins besteuert und reguliert werden. Noch gibt es dazu keine gesetzlichen Bestimmungen. In der Schweiz sind sie nicht als offizielles Zahlungsmittel zugelassen. Da man erst an sehr wenigen Orten mit Bitcoins bezahlen kann, muss man sie in eine offizielle Währung umtauschen. Hier greifen die bestehenden Gesetze.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht überwacht virtuelle Währungen und schreitet ein, wenn sie einen offensichtlichen Missbrauch feststellt. Bis heute gibt es noch keine klaren Aussagen von Schweizer Steuerbehörden zu diesem Thema. Einschätzungen und Aussagen von Steuerämtern (namentlich Luzern und Zug) deuten darauf hin, dass virtuelle Währungen steuerlich wie ausländische Währungen behandelt werden. Eine individuelle Abklärung mit einem unabhängigen Fachexperten ist empfehlenswert.

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