Barrier Reverse Convertibles

Barrier Reverse Convertibles zählen zu den beliebtesten Produkten zur Renditeoptimierung. Sie eignen sich für Anleger, die seitwärts tendierende Aktienmärkte erwarten.

Barrier Reverse Convertibles (BRC) zählen zu den Strukturierten Produkten. Sie zeichnen sich durch fünf Merkmale aus:

  • Einen oder mehrere Basiswerte: Die Basiswerte für einen BRC können eine oder mehrere Aktien sein, aber auch andere Wertpapiere oder Indizes.
  • Feste Laufzeit: BRC haben eine feste Laufzeit.
  • Fester Coupon: Der Coupon wird beim Abschluss des Strukturierten Produktes festgelegt und regelmässig ausbezahlt, unabhängig von der Kursentwicklung des Basiswertes.
  • Bedingter Kapitalschutz: Jeder Basiswert ist mit einer Barriere versehen, die bei Lancierung des Produktes unter seinem aktuellen Kurs liegt. Solange der Basiswert diese Barriere nicht berührt oder unterschreitet, profitiert der Anleger von einem Kapitalschutz und erhält die Anfangsinvestition bei Laufzeitende vollumfänglich zurück. Andernfalls erhält er den Basiswert oder dessen Gegenwert auf sein Konto gutgeschrieben und erzielt damit einen Verlust, sofern der Kurs des Basiswerts bei Laufzeitende nicht über dem Kurs bei Lancierung des Produktes liegt.
  • Keine Partizipation an Kursgewinnen des Basiswertes: Wenn der Kurs des Basiswerts steigt und per Ablauf des BRC über dem Anfangskurs liegt, erhält der Anleger lediglich die Anfangsinvestition und den Coupon zurück. Der Anleger partizipiert nicht am positiven Kursverlauf.

Weil der Anleger damit rechnen muss, am Ende der Laufzeit Aktien zu besitzen, sollte er nur in ein BRC investieren, wenn er Aktienrisiken tragen kann. Es ist nicht sinnvoll, BRC wegen ihres attraktiven Coupons als Alternative zu Liquidität oder Anleihen zu betrachten.

Der Anleger sollte sich immer aufgrund einer klaren Markterwartung für einen BRC entscheiden. BRC sind nur das richtige Anlageinstrument für Anleger, die von seitwärts tendierenden bzw. von leicht steigenden oder leicht sinkenden Kursen des Basiswertes ausgehen. Und sie sind in jedem Fall nur als Beimischung zum Gesamtanlagevermögen zu sehen.

Neben dem oben geschilderten Risiko sinkender Kurse (Marktrisiko) ist auch das Emittentenrisiko zu berücksichtigen. BRC gehören im Gegensatz zu ETF und Anlagefonds nicht zum Sondervermögen. Bei einem Konkurs des Herausgebers eines Strukturierten Produktes ist die Investition nicht geschützt. Es ist deshalb wichtig, einen Herausgeber mit guter Bonität zu wählen.

So funktionieren Barrier Reverse Convertibles

Ein Anleger investiert in einen BRC mit einem Coupon von 6.5 Prozent und einer Laufzeit von einem Jahr. Der zugrundeliegende Basiswert ist eine Aktie mit einem Anfangskurs von 1000 Franken. Die Barriere liegt bei 90 Prozent des Anfangskurses. Wenn der Aktienkurs auf 900 Franken fällt, ist die Barriere durchbrochen.

Szenario 1: Aktie legt deutlich zu

Die Aktie notiert bei Verfall des BRC bei 1220 Franken und damit über dem Anfangskurs. Die Barriere wurde während der Laufzeit nie berührt.

Der BRC-Anleger erhält in diesem Szenario seine Anfangsinvestition plus den Coupon und erzielt einen Gewinn von 65 Franken. Bei einer Investition in die Aktie hätte er einen Kursgewinn von 220 Franken erzielt.

Fazit: Die Direktanlage in die Aktie ist besser, wenn der Kursgewinn der Aktie über dem BRC-Coupon liegt.

Szenario 2: Aktie entwickelt sich seitwärts

Die Aktie notiert bei BRC-Verfall bei 1030 Franken und damit praktisch unverändert gegenüber dem Anfangskurs. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Barriere in der Zwischenzeit berührt wurde oder nicht, weil der Schlusskurs über dem Kurs bei Lancierung des BRC liegt.

Der BRC-Anleger erhält in diesem Szenario seine Anfangsinvestition plus den Coupon bei Verfall des Strukturierten Produktes zurück und erzielt damit einen Gewinn von 65 Franken. Bei einer Investition in die Aktie hätte er einen Gewinn von 30 Franken erzielt.

Fazit: Liegt der BRC-Coupon über der Kursrendite der Aktie, ist der BRC besser als eine Direktanlage in die Aktie.

Szenario 3: Aktie verliert leicht an Wert

Die Aktie notiert bei BRC-Verfall bei 950 Franken und damit unter dem Anfangskurs. Die Barriere wurde während der Laufzeit nicht berührt.

In diesem Fall erhält der BRC-Anleger ebenfalls seine Anfangsinvestition sowie den Coupon zurück und erzielt einen Gewinn von 65 Franken. Bei einer Investition in die Aktie hätte er einen Verlust von 50 Franken erzielt.

Fazit: Wenn sich der Aktienkurs negativ entwickelt ohne die Barriere zu berühren, ist das Strukturierte Produkt besser als die Direktanlage.

Szenario 4: Aktie verliert deutlich an Wert, Barriere wird durchbrochen

Die Aktie notiert bei BRC-Verfall bei 850 Franken und damit unter dem Anfangskurs. Die Barriere wurde während der Laufzeit unterschritten.

Der BRC-Anleger erhält eine Auszahlung von 850 Franken oder eine Aktie sowie den Coupon. Der Coupon mindert den Verlust von 150 auf 85 Franken (150 minus 65 Franken). Bei der Investition in die Aktie hätte der Anleger einen Verlust von 150 Franken erzielt.

Fazit: Wenn sich die Aktie negativ entwickelt und die Barriere berührt, ist das Strukturierte Produkt immer mindestens um den Couponbetrag besser als die Direktanlage.

Anmerkung: Allfällige Dividendenzahlungen bei einer Direktanlage in die Aktie wurden bei den Berechnungen nicht berücksichtigt. Der Aktienkurs sinkt am Tag des Dividendenabschlages in der Regel aber um diesen Betrag.

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