Anlagestrategien mit relativer Stärke

Hinter dem Prinzip der relativen Stärke steht folgende Annahme: Anlagen, die in der Vergangenheit eine gute Rendite erzielt haben, werden das auch in Zukunft tun.

Die meisten Anleger konzentrieren sich auf die Suche nach unterbewerteten Titeln. Ihr Ziel ist es günstig zu kaufen und teurer zu verkaufen. In der Praxis verfehlen sie dieses Ziel allerdings oft.

Das Modell der relativen Stärke geht einen anderen Weg. Es geht vereinfacht gesagt davon aus, dass sich ein Markttrend fortsetzt, weil die Faktoren, die den Kurs bisher positiv beeinflusst haben, weiterhin Bestand haben. Diesen Effekt nennt man Momentum. Er ist ein einfaches, aber gut belegtes Phänomen.

Relative Stärke lässt sich unterschiedlich definieren

Relative Stärke kann auf einer alleinigen Betrachtung der Renditen basieren. Es können aber auch weitere Kennzahlen wie beispielsweise die Risikokennzahl Volatilität hinzugezogen werden.

Nebst den relevanten Kennzahlen stellt sich für einen Anleger die Frage des Beobachtungszeitraums. Er legt fest, über welche Periode man die jeweilige Kennzahl berechnen möchte.

Mittel- und langfristige Trends erkennen

Erfolgversprechend sind besonders jene Ansätze, die auf mittel- bis langfristige Trends bauen. Renditen werden deshalb häufig über einen Beobachtungszeitraum von mehreren Wochen und Monaten berechnet.

Ein Beispiel zur Illustration des Relative-Stärke-Prinzips: Ein Anleger beobachtet 20 ETF auf verschiedene Indizes und Anlageklassen wie Aktien, Obligationen, Rohstoffe und Immobilien. Er erstellt jeden Monat eine Rangliste dieser 20 ETF. Sie ergibt sich aus der Beurteilung der kurz- und mittelfristigen Rendite sowie aus den kurzfristigen Kursschwankungen des jeweiligen ETF. Zuoberst steht der ETF mit dem besten Rendite-/Risiko-Verhältnis.

Der Anleger investiert nun jeweils in die ETF auf den ersten fünf Plätzen. Er aktualisiert die Liste jeden Monat und tauscht Titel aus, wenn sich die Reihenfolge ändert.

Nicht nur auf Aktien anwendbar

Der Ansatz der relativen Stärke erzielt besonders gute Resultate, wenn er auf Anlagen angewendet wird, die sich in ihrer Preisentwicklung deutlich unterscheiden. Überdurchschnittliche Anlagen können damit einfach und effizient identifiziert werden.

Die relative Stärke eignet sich nicht nur für einen Vergleich von Aktien, sondern auch für die Wahl von Anlageklassen und -regionen.

Die Risiken des Relative-Stärke-Modells: Auch attraktiv bewertete Titel können grosse Verluste erleiden. Zudem kann die relative Stärke zu häufigen Transaktionen verleiten. Tiefe Transaktionskosten sind deshalb wichtig für den Anlageerfolg. Nicht zu vernachlässigen ist auch die ausreichende Diversifikation im Portfolio.

Mit dem Vermögensverwaltungsmandat Top 15 Aktien Welt investieren Sie in ein Aktienportfolio, bei dem die Titel regelbasiert nach dem Prinzip der relativen Stärke ausgewählt und systematisch überwacht werden.

Diese Seite teilen