Zehn Fragen zu ETF

Das Angebot an ETF wird immer umfangreicher. Allein an der Schweizer Börse werden über 1000 ETF gehandelt. Was Anleger über die passiven Anlagefonds wissen müssen.

1. Für welchen Anlegertyp eignen sich ETF?

ETF sind Wertpapiere, die wie Aktien an einer Börse gehandelt werden und Kursschwankungen unterliegen. Dank der breiten Diversifikation in eine mehr oder weniger grosse Anzahl Titel sind diese Kursschwankungen aber deutlich weniger ausgeprägt als bei Einzeltiteln. ETF eignen sich deshalb für Anleger, die mit einer einzigen Transaktion kostengünstig in einen breit diversifizierten Markt investieren möchten.

2. Wie lange muss man einen ETF halten?

ETF haben genauso wie klassische Anlagefonds und im Unterschied zu vielen anderen Finanzprodukten keine vertragliche Laufzeit. Der Anleger kann einen ETF jederzeit verkaufen. Dank ihrer täglichen Handelbarkeit sind ETF ideal für kurzfristigere Anlagen. Selbstverständlich muss der Anleger bei ETF, die in risikoreiche Anlagen wie Aktien investieren, denselben Anlagehorizont haben wie bei einer Direktinvestition in Aktien.

3. Sind ETF für langfristige Investitionen sinnvoll?

Auf jeden Fall. Nur wenige aktive Fonds erzielen langfristig eine höhere Rendite als ihr Vergleichsindex. Passive Fonds wie ETF sind deshalb oft die bessere Wahl. Ausserdem kosten ETF deutlich weniger als aktive Fonds. Dieser Gebührenunterschied macht sich wegen des Zinseffekts auf lange Sicht beim Anlageerfolg deutlich bemerkbar.

4. Warum sind ETF nicht stärker verbreitet?

Es ist erst seit wenigen Jahren möglich, umfassende Anlagestrategien ausschliesslich mit ETF umzusetzen. In der Schweiz bieten relativ wenige Anbieter solche rein ETF-basierten Lösungen an.

5. Welche Kosten beinhalten ETF?

Einen Hinweis auf die jährlich anfallenden Kosten gibt die Gesamtkostenkennzahl TER (Total Expense Ratio), die neben den Verwaltungsgebühren auch die Kosten für Werbung und Vertrieb des Produkts enthält. Hinzu kommen die Transaktionsgebühren beim Kauf und Verkauf, wie sie auch im Aktienhandel üblich sind. Im Gegensatz zu klassischen Anlagefonds fallen bei ETF keine Ausgabe- oder Rücknahmegebühren an und die jährlichen Verwaltungsgebühren sind deutlich tiefer.

6. Ausschüttende oder thesaurierende ETF?

Ein Aktien-ETF erhält Dividendenausschüttungen von den im ETF enthaltenen Aktien. Der ETF gibt diese Ausschüttungen an die Anleger weiter. Das kann in Form von Zahlungen auf das Konto des Anlegers oder mittels Thesaurierung geschehen. Wenn der Anleger Ausschüttungen wieder im gleichen ETF anlegen möchte, ist ein thesaurierender ETF die richtige Wahl. Er investiert die ausgeschütteten Dividenden automatisch und erhöht damit das Anlagevermögen.

7. Was ist der Unterschied zwischen physischer und synthetischer Replikation?

Ein Index lässt sich auf verschiedene Arten nachbilden. Bei der physischen Replikation investiert der ETF direkt in die im Index enthaltenen Wertschriften unter Berücksichtigung der jeweiligen Gewichtung. Bei physisch schwierig zu replizierenden Indizes oder bei Indizes, die in sehr viele Titel investieren, setzen ETF-Anbieter häufig auf die synthetische Replikation. Dabei wird die Rendite beliebiger, vom ETF gehaltener Wertpapiere gegen die Rendite des abzubildenden Indexes getauscht. Gegenpartei in einem solchen Tauschgeschäft ist häufig eine Investment Bank.

8. Welche Risiken haben ETF?

ETF sind verschiedenen Risiken ausgesetzt. Zum Marktrisiko zählen die Kursschwankungen der im ETF enthaltenen Titel und im Falle von ETF auf einen Fremdwährungsindex auch das Währungsrisiko. Vor allem synthetisch replizierende ETF können je nach Ausgestaltung einem gesetzlich begrenzten Gegenparteirisiko ausgesetzt sein. Und das Abweichungsrisiko, gemessen als Tracking Error, entspricht dem Renditeunterschied von ETF und zugrundeliegendem Index.

9. Bilden ETF einen Index exakt nach?

ETF wollen die Rendite eines zugrundeliegenden Indexes möglichst genau nachbilden. Das gelingt in der Regel nicht 1 zu 1. Dafür sind die Verwaltungsgebühren des ETF, aber auch andere Faktoren verantwortlich. Ein hoher Tracking Error, der sich nicht mit den jährlichen Kosten erklären lässt, ist ein Indiz für eine niedrige Qualität der Replikation.

10. Wie finde ich den passenden ETF?

Bei der Wahl eines ETF sollte man folgende Punkte beachten: Den richtigen Index wählen), die Abbildungsqualität anhand des Tracking Error prüfen, die Replikationsart hinterfragen, die jährlichen Kosten und die Handelsgebühren mit den Gebühren anderer ETF vergleichen. Der Index sollte breit diversifiziert sein und vom ETF möglichst exakt abgebildet werden. Die jährlichen Kosten und die Handelsgebühren sollten möglichst tief sein.

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Starke Zunahme der Anzahl ETF an der Schweizer Börse
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