UVG: Darauf sollten Unternehmen bei der Unfallversicherung achten

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Für Unternehmen lohnt es sich, ihre UVG-Versicherung und UVG-Zusatzversicherung alle drei bis fünf Jahre überprüfen zu lassen. Anhand der Schadenquote eines Versicherers lässt sich beurteilen, wie der Anbieter im Marktvergleich steht und ob künftig Prämienerhöhungen wahrscheinlich sind. Bei der Unfall-Zusatzversicherung gibt es grosse Leistungsunterschiede zwischen den Anbietern.

Inhaltsverzeichnis

 

Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, ihre Angestellten (einschliesslich der Heimarbeiter, Praktikanten, Volontäre und Auszubildenden) gegen Berufsunfälle und Berufskrankheiten zu versichern. Alle Arbeitnehmenden, die durchschnittlich während mindestens acht Stunden für einen Arbeitgeber tätig sind, müssen auch gegen Unfälle in ihrer Freizeit (sog. Nichtberufsunfälle) versichert werden.

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Unternehmen aus Branchen, die ein erhöhtes Unfallrisiko aufweisen (zum Beispiel Bau- oder Industrieunternehmen) sind gesetzlich verpflichtet, sich bei der Suva zu versichern. Alle übrigen Unternehmen dagegen wie zum Beispiel Betriebe aus dem Dienstleistungssektor können ihren Unfallversicherer frei wählen. Diese Unternehmen können mit einem Wechsel zu einem günstigeren Anbieter oft sehr viel Prämien sparen.

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Das UVG sieht sowohl Pflegeleistungen und Kostenvergütungen als auch Geldleistungen im Rahmen von Taggeldern oder Renten vor. Der durch das UVG versicherte Lohn ist begrenzt. Der Höchstbetrag wird vom Bundesrat festgelegt. 2018 liegt er bei 148'200 Franken.

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Die Tabelle fasst die Versicherungsleistungen des UVG zusammenfassen:

Leistungen der Unfallversicherung
Vereinfachte Übersicht
Leistungen der Unfallversicherung

Quelle: Art. 10 ff. UVG

Die obligatorische Unfallversicherung bietet für die meisten Arbeitnehmenden in der Schweiz einen angemessenen Schutz. Dennoch hat die gesetzliche Leistung teilweise Lücken, die durch eine freiwillige Unfall-Zusatzversicherung (auch UVG-Z genannt) gedeckt werden können. So können zum Beispiel die Leistungen des UVG im Rahmen der Heilungskosten verbessert, die Taggeld- und Rentenzahlungen erhöht und Löhne versichert werden, die über der UVG-Lohngrenze von 148'200 Franken pro Jahr liegen.

Unternehmen können wählen, ob sie alle Arbeitnehmenden versichern möchten oder nur bestimmte Personenkreise wie zum Beispiel die Kadermitarbeitenden. Die Anbieter von UVG-Zusatzversicherungen können die versicherten Leistungen und Prämien individuell definieren. Die Angebote unterscheiden sich daher stark voneinander.

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Die wichtigsten Leistungen der Unfall-Zusatzversicherung
Die wichtigsten Leistungen der Unfall-Zusatzversicherung

Für Unternehmen lohnt es sich, ihre Police alle 3 bis 5 Jahre überprüfen zu lassen. Oft sind erhebliche Einsparungen gegenüber den bisherigen Prämien möglich.

Anhand der Schadenquote lässt sich beurteilen, wie die Versicherer im Marktvergleich stehen und wie sich ihre Prämien zukünftig entwickeln könnten. Die meisten Versicherer streben eine Schadenquote von 70 bis 75 Prozent an. Beträgt die Quote über zwei oder mehr Jahre mehr als 90 Prozent, bahnen sich Prämienerhöhungen an, da der Versicherer die Ausgaben nicht mehr oder nur knapp durch die Prämieneinnahmen decken kann. Liegt die Schadenquote über mehrere Jahre unter 65 Prozent, so deutet dies darauf hin, dass die Prämien bei diesem Versicherer zu hoch sind.

Das VZ hat 2018 in einer Studie  die Schadenquote von 19 UVG-Versicherern für die Jahre 2015 bis 2017 analysiert. Das Resultat: Bei zwei Anbietern ist höchstwahrscheinlich mit einer Prämienerhöhung zu rechnen. Mehrere Versicherer weisen dagegen eine sehr tiefe Schadenquote auf. Diese Versicherer verlangen möglicherweise zu hohe Prämien. Unternehmen können die VZ Studie kostenlos bestellen.

Unternehmen können ihren Verhandlungsdruck erfahrungsgemäss erhöhen, wenn sie UVG-, UVG-Zusatz-und Krankentaggeld-Versicherung als Paket ausschreiben. Leistungsfälle, bei denen die Abgrenzung zwischen Krankheit und Unfall schwierig ist, sind dann einfacher zu koordinieren.

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Bei der Wahl eines Versicherers sollten Unternehmen nicht nur auf die Prämien abstellen, sondern auch das Kleingedruckte in den Versicherungsverträgen genau studieren. In seiner Studie hat das VZ VermögensZentrum die Leistungen von 19 Versicherern beurteilt und ein eigenes Punkte-Rating erstellt. Der Versicherer mit der besten Deckung hat mit 21 Punkten dreimal so viele Punkte wie der letztplatzierte Versicherer, der nur auf 7 Punkte kam.

Grosse Unterschiede zwischen den Anbietern gibt es vor allem bei den Deckungen, die in der Regel nicht in der Police festgehalten sind, sondern in den allgemeinen Vertragsbedingungen. Das gilt besonders für die folgenden Leistungen:

Heilungskosten: Je nach Vertragsbedingungen werden Heilungskosten nur befristet ausbezahlt. Einige Versicherer limitieren die Dauer der Zahlungen auf maximal 5 Jahre, während andere Versicherer die Leistungen so lange ausbezahlen, bis ein allfälliger Rentenanspruch erlischt.

Zusatzkosten bei Unfällen: Die Zahlungen der Kosten für Suche und Rettung sowie Rückreise oder Transport bei Unfällen können betraglich limitiert sein. Das gilt auch für den Leichentransport in einem Todesfall.

Unbezahlter Urlaub: Während eines unbezahlten Urlaubs ist die betroffene Person in der Regel nicht versichert. Durch die Deckung des unbezahlten Urlaubs wird der Versicherungsschutz für eine bestimmte Zeit, normalerweise während maximal 180 Tagen samt Nachdeckung von 31 Tagen, aus der Unfallzusatzversicherung weitergeführt.

Spätfolgen früherer Unfälle: Bei Rückfällen und Spätfolgen von früheren Unfällen, die nicht versichert waren oder für die aus der damaligen Versicherung keine Leistungspflicht mehr besteht, erbringt der Versicherer Leistungen. Der Deckungskatalog ist von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich.

Lohnnachgenuss im Todesfall: Der Arbeitgeber hat nach Art. 338 OR den Lohn für einen weiteren Monat und nach fünfjähriger Dienstdauer für zwei weitere Monate, gerechnet vom Todestag an, zu entrichten, sofern der Arbeitnehmende den Ehegatten, die eingetragene Partnerin, den eingetragenen Partner oder minderjährige Kinder oder bei Fehlen dieser Erben andere Personen hinterlässt, denen gegenüber er eine Unterstützungspflicht erfüllt hat. Diesen Lohnnachgenuss decken einige Versicherer bis zum versicherten Lohnmaximum. Bei anderen Versicherern ist diese Leistung ausgeschlossen.

Differenzdeckung: Die Differenzdeckung deckt Leistungskürzungen oder Leistungsverweigerungen, die aufgrund von Grobfahrlässigkeit, aussergewöhnlichen Gefahren oder Wagnissen durch die obligatorische Unfallversicherung vorgenommen werden. Die Deckung ist im Vergleich zu den anderen versicherbaren Leistungen eine kostengünstige Deckung und kann grössere finanzielle Aufwendungen für die einzelnen Versicherten vermeiden helfen.

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