Pensionskassen zahlen immer noch zu hohe Gebühren für die Vermögensverwaltung

Eine Beurteilung der Vermögensverwaltungskosten lohnt sich: Die Pensionskasse in diesem Beispiel konnte ihren Anlageerfolg dank tieferen Gebühren um rund 1 Million Franken pro Jahr verbessern.

Es ist bekannt, dass Pensionskassen für die Verwaltung ihres Vermögens zu viel zahlen. In der Beratung des VZ bestätigt sich diese Erkenntnis immer wieder. Dazu ein aktuelles Beispiel:

Eine Pensionskasse aus dem Dienstleistungssektor liess ihre Vermögensverwaltungsgebühren von den Anlagespezialisten des VZ analysieren. Ihr Anlagevolumen beträgt rund 120 Millionen Franken. Rund die Hälfte davon werden von einer Bank verwaltet, die andere Hälfte von einem privaten Vermögensverwalter.

Für beide Depots gibt der Stiftungsrat dieselbe Anlagestrategie vor. Diese Aufteilung mit identischen Vorgaben für die Bewirtschaftung soll einen Direktvergleich der Vermögensverwalter ermöglichen. Dem Stiftungsrat ist bewusst, dass erst die detaillierte Analyse der Kostenstrukturen volle Transparenz schafft und aufzeigt, wo sich der Anlageerfolg verbessern lässt. Die VZ-Spezialisten schlagen dem Stiftungsrat drei Massnahmen vor:

Tiefere Gebühren nützen direkt den Versicherten
Beispiel aus der VZ-Beratungspraxis: Einsparung dank professioneller Analyse der Gebühren
Tiefere Gebühren nützen direkt den Versicherten

Erstens sollte der Stiftungsrat am besten eine marktgerechte All-in-Fee mit den Vermögensverwaltern aushandeln, in der die Gebühren des Vermögensverwalters und der Depotbank abgedeckt sind. Bisher belasteten die Vermögensverwalter die Kosten für jede Transaktion einzeln. Damit hatten sie kein Interesse daran, die Anzahl der Transaktionen möglichst tief zu halten.

Zweitens sollte die Pensionskasse ihr Anlagereglement anpassen. Bisher war nur ein Vergleich des gesamten Depots mit einem relevanten Index vorgesehen, in diesem Fall mit einem Pictet BVG-Index. Dieses Benchmarking ist zu oberflächlich. Besser ist ein direkter Vergleich jeder einzelnen Anlageklasse mit einem Index, der für diese Anlageklasse relevant ist. So kommen Schwächen in der Bewirtschaftung schnell ans Licht. Wenn ein Vermögensverwalter in einer Anlageklasse über längere Zeit hinter dem Index zurückbleibt, muss der Stiftungsrat die Qualität der Bewirtschaftung kritisch hinterfragen.

Drittens erkannten die Anlagespezialisten des VZ, dass die Reduktion der versteckten Produktegebühren der wichtigste Hebel ist, um das Anlageresultat zu optimieren. Sie zeigten dem Stiftungsrat detailliert auf, welche Gebühren bei welchen Anlageprodukten anfallen. Diese Kosten sind besonders intransparent, denn sie sind selbst für Experten schwer zu beziffern. Gemäss der Studie des BSV sind sie aber der wichtigste Kostenfaktor. In einem der beiden Depots war der Anteil der strukturierten Produkte besonders hoch, nämlich fast 27 Prozent. Die durchschnittlichen Kosten für diese Anlagen betrugen rund 1,6 Prozent.

Die Pensionskasse setzte alle drei empfohlenen Massnahmen um und konnte ihre Vermögensverwaltungskosten von rund 1,17 Prozent auf rund 0,32 Prozent senken. Bezogen auf das Anlagevermögen entspricht das einer Ersparnis von rund 1 Million Franken pro Jahr.

Unabhängige Analyse der Vermögensverwaltungskosten

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