Mitglied des Kaders – und trotzdem schlecht versichert

Die Vorsorgelücken sind gerade bei leitenden Angestellten besonders gross.

Gut verdienende Führungskräfte gehen in der Regel davon aus, dass sie in jeder Lebenslage abgesichert sind. Aber nicht alle Arbeitgeber finanzieren gute Versicherungsleistungen. Vor allem kleinere und junge Firmen beschränken sich auf die obligatorischen Mindestleistungen, aber selbst Führungskräfte renommierter Grossfirmen haben erstaunliche Vorsorgelücken. Sie können dazu führen, dass sich die ganze Familie stark einschränken muss, wenn der Versicherte invalid wird, in Pension geht oder stirbt.

Je höher der Lohn, desto grösser die Lücken

Das Leistungsziel der Sozialversicherungen orientiert sich an Erwerbstätigen mit einem Jahreseinkommen von maximal 84’600 Franken. Bis zu dieser Lohngrenze sollen erste und zweite Säule nach der Pensionierung rund 60 Prozent des letzten Gehaltes sichern. Die obligatorische Unfallversicherung deckt höchstens 148’200 Franken ab. 

Wer deutlich mehr verdient, ist mit den gesetzlichen Mindestleistungen deshalb unterversichert. Angenommen, ein 50-jähriger, verheirateter Angestellte verdient 170’000 Franken pro Jahr und ist nur minimal versichert. Wird er aufgrund einer Krankheit invalid, fällt sein Einkommen unter 50’000 Franken.

Seine Frau und er müssen sich stark einschränken und ihr Eigenheim verkaufen. Noch schlimmer sieht es für seine Frau aus, wenn er an den Folgen seiner Krankheit stirbt: Von AHV und Pensionskasse bekommt sie rund 35’000 Franken pro Jahr. Auch wenn ein Unfall die Invalidität oder den Tod verursacht, ist die finanzielle Einbusse gross. Und die Altersrente ist ebenfalls zu knapp: Rund 54’000 Franken genügen bei Weitem nicht, um den gewohnten Lebensstandard beizubehalten.

Vorsorgesituation mindestens alle fünf Jahre überprüfen

Arbeitgeber bieten Kadermitarbeitenden zum Teil überobligatorische Versicherungen an. Doch je mehr man verdient, desto kleiner sind die versicherten Leistungen in der Regel im Verhältnis zum Lohn, weil viele Anbieter den versicherten Lohn begrenzen, zum Beispiel auf 300’000 Franken. Wer 500’000 Franken verdient und 400’000 Franken für Lebenshaltung und Steuern ausgibt, muss entscheiden, ob er mit so viel weniger auskommt. Lautet die Antwort nein, sollte er die Lücke mit privaten Versicherungen schliessen.

Eine Überprüfung der Vorsorgesituation ist ratsam, besonders nach grösseren Lohnsprüngen, bei der Heirat oder Scheidung, beim Kauf eines Eigenheims oder einem Stellenwechsel – mindestens aber alle fünf Jahre.

 

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