Bereiten Sie die Unternehmensnachfolge in der Familie früh vor

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Familieninterne Nachfolgeregelungen scheitern häufig daran, dass der Inhaber die richtigen Massnahmen zu spät einleitet. Wer frühzeitig plant, optimiert sein Einkommen im Ruhestand und erleichtert den Nachkommen die Übernahme.

Eine Nachfolge in der eigenen Familie ist besonders anspruchsvoll. Auf diese drei Punkte müssen Unternehmer speziell achten, damit die Übergabe reibungslos gelingt.

Den Ruhestand planen

Viele Unternehmer vergessen, dass ein Grossteil ihres Vermögens in der Firma steckt und ihr privates Vermögen entsprechend kleiner ist. Ein Finanzplan ist für sie besonders wichtig. Er zeigt auf, wie sich die Einnahmen, Ausgaben und das Vermögen im Ruhestand entwickeln. So wird auch ersichtlich, ob sie auf einen Verkaufserlös aus der Firma angewiesen sind, um im Alter finanziell abgesichert zu sein, oder ob eine unentgeltliche Übergabe möglich ist.

Gleichzeitig sollten sie das Verhältnis von Lohn und Dividende prüfen. Mit einem höheren Lohn steigen die Beiträge an die zweite Säule. Zusätzlich kann man den Vorsorgeplan so ausbauen, dass die Sparquote deutlich steigt. So lässt sich das Einkaufspotenzial weiter vergrössern. Unnötige Liquidität erschwert die Übergabe an die Nachkommen. Diese Mittel kann man als Dividende beziehen und sie für gestaffelte PK-Einkäufe nutzen.

Die Firma bewerten

Den Marktwert sollte man zusammen mit Fachleuten rechtzeitig festlegen. Dieser Wert ist für den Übernahmepreis bei der späteren Erbteilung relevant. Der Marktwert entspricht in der Regel nicht dem Steuerwert. Um den Marktwert zu berechnen, werden die Bilanzund die Erfolgsrechnung um die stillen Reserven bereinigt. Auf dieser Basis müssen Inhaber klären, ob sie die Firma zum ermittelten Preis verkaufen oder verschenken wollen. Häufig ist eine Kombination sinnvoll. Die optimale Lösung ist immer individuell und hängt stark von der finanziellen Situation der Familie ab. Ist die bereinigte Bilanz etwa viel höher, weil stille Reserven aufgelöst wurden, kann das für den Nachfolger problematisch sein, wenn er die Geschwister abfinden muss und die nötigen Mittel dafür nicht hat.

Es lohnt sich, die Familie früh zu involvieren. Oft lässt sich der Erbanspruch der Geschwister auch mit einem Darlehen abgelten, das der Nachfolger aus künftigen Gewinnen zurückzahlt.

KMU-Bilanz: Stille Reserven sichtbar machen
KMU-Bilanz: Stille Reserven sichtbar machen

Den Nachlass regeln

Die meisten Unternehmer möchten ihren Ehepartner finanziell absichern für den Fall, dass sie vorher sterben. In der Regel möchten sie alle Kinder gleich behandeln und sicherstellen, dass eines von ihnen die Firma übernimmt und weiterführt. Aus güterund erbrechtlicher Sicht ist das besonders schwierig, weil der Betrieb oft den Löwenanteil am Nachlass ausmacht. Ohne frühzeitige Regelung kann es zur Zersplitterung der Firma kommen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn pflichtteilsgeschützte Erben ihre Ansprüche durchsetzen. Damit die geplante Nachfolge gelingt, sind oft spezielle Massnahmen nötig. Ein Erbvertrag eröffnet Wege, auch den Pflichtteil nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen aufzuteilen – sofern die pflichtteilsgeschützten Erben damit einverstanden sind.