Geldanlagen

Welche Faktoren beeinflussen die Währungen?

Die Massnahmen der Notenbanken tragen aktuell stark zu den Entwicklungen auf den Märkten bei. Auch die grossen Währungen sind von den Entscheidungen betroffen. Was sind die wichtigsten Treiber?

Markus Lackner

Leiter Research

Viele von uns beschäftigen die Wechselkurse von Währungen fast tagtäglich – zum Beispiel Unternehmen, die Komponenten vom Ausland zukaufen oder ihre Güter exportieren. Aber auch wer gerne seine Ferien im Ausland verbringt, kennt aus eigener Erfahrung, wie die Wechselkurse sich von Tag zu Tag verändern.

Doch wie kommt es überhaupt zu solchen Kursschwankungen bei Währungen? Hierzu müssen wir zunächst mal einen Blick auf die Vergangenheit werfen. Erst seit rund 50 Jahren sind frei schwankende Wechselkurse auf den Devisenmärkten möglich geworden. Seither hat auch der Einfluss der Notenbanken stark an Bedeutung zugenommen. Inzwischen zählen sie zu den wichtigsten Marktteilnehmern. Sie steuern die Menge des Geldes in ihrer Währungsregion und haben so einen erheblichen Einfluss auf die Wechselkursschwankungen an den Märkten.

Je nach Land können die Ziele der Geldpolitik stark voneinander abweichen. So ist beispielsweise die Schweizerische Nationalbank (SNB) verpflichtet, die Preisstabilität zu gewährleisten und dabei der konjunkturellen Entwicklung Rechnung zu tragen. Die US-Notenbank Fed hingegen hat neben der Inflationssteuerung als zentrales Ziel eine hohe Beschäftigung am Arbeitsmarkt.

Grundsätzlich ist ein tiefer Währungswechselkurs gut für die Exporte eines Landes. Steigende Wechselkurse verteuern hingegen die Exportwaren und belasten die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen auf dem Weltmarkt. Bis vor wenigen Monaten haben die meisten wichtigen Zentralbanken in der Tendenz eine schwächere Währung bevorzugt. Mit den stark gestiegenen Rohstoffpreisen und der generell höheren Inflation hat sich das Blatt gewendet und eine stärkere Währung erweist sich zunehmend als vorteilhaft.

In der Theorie führen inflationsbedingte Zinsentscheidungen der Notenbanken zu einer Zinsdifferenz zwischen den verschiedenen Währungsräumen. Die unterschiedlich hohe Inflation in den Währungsräumen führt langfristig dazu, dass die Währung des Landes mit hohen Zinsen tendenziell an Kaufkraft verliert und so der Zinsvorteil kompensiert wird.

Merkblatt

Die Auswahl des richtigen ETF

Dieses Merkblatt zeigt auf, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Die Zinsdifferenz ist gegenwärtig ein sehr relevanter Treiber auf den Devisenmärkten, wo die Notenbanken mit einem unterschiedlichen Tempo die Zinsen erhöhen. Da die Europäische Zentralbank und die SNB im Unterschied zur US-Notenbank Fed zögern die Leitzinsen zu erhöhen, verlieren der Euro und der Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar an Wert.

In anderen Marktsituationen kann die Zinsdifferenz wieder an Bedeutung verlieren. Dann können andere Treiber zur Kursentwicklung der Währungen beitragen. So können auch die Wachstumserwartungen einzelner Volkswirtschaften, die Geopolitik und die Kaufkraftparität zwischen verschiedenen Ländern eine gewichtige Rolle spielen.

Aus diesem Grund ist es nur sehr schwer möglich Währungsprognosen zu erstellen. Um sich vor Währungsschwankungen zu schützen, bieten sich beispielsweise ETF mit Währungsabsicherung an. Diese sind oft am Zusatz «CHF hedged» zu erkennen. Sie sichern die Fremdwährungsrisiken meist auf monatlicher oder gar täglicher Basis ab, worauf in der Regel mit einem zusätzlichen Vermerk wie «monthly» oder «daily» hingewiesen wird. ETF mit täglicher Absicherung folgen dem Kursverlauf der Währungen enger, sie sind in der Regel aber auch teurer als solche mit monatlicher Absicherung. Auch erhöhen sich bei einer zunehmenden Zinsdifferenz die Kosten für die Währungsabsicherung.

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