Geldanlagen

Was Anleger in unruhigen Zeiten beachten sollten

Untersuchungen zeigen: Bei einem Kurssturz an der Börse lohnen sich Verkäufe fast nie. Zielführender ist eine ganz andere Strategie.

Markus Lackner

Leiter Research

Über 45 Jahre alt, männlich, verheiratet, mit überdurchschnittlichen Kenntnissen von Finanzmärkten und einem Anlagevermögen von 200'000 Dollar: So sieht das Profil des typischen Panikverkäufers an der Börse aus. Zu diesem Ergebnis kam vergangenen Sommer eine Studie, welche das angesehene Massachusetts Institute of Technology (MIT) publiziert hat. Ebenfalls interessant: Bei Anlegerinnen und Anlegern, die 500'000 Dollar und mehr in Wertschriften investiert hatten, kam es äusserst selten zu Panikverkäufen.

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Die Forscher haben die Daten von Onlinebrokern zum Verhalten von Anlegern analysiert. Untersucht wurden die Häufigkeit, das Timing und die Länge der sogenannten Panikverkäufe. Davon spricht man, wenn Anleger in einer Korrekturphase grosse Positionen abstossen. Die Daten umfassen den Zeitraum von 2003 bis 2015. Somit beinhalten sie auch den Börsencrash während der Finanzkrise. 2008 büssten viele internationale Aktienindizes zwischen 30 und 40 Prozent ihres Wertes ein.

Allerdings sind die Kurseinbrüche von 2008 in der langfristigen Wertentwicklung kaum noch zu sehen. Auch nach dem turbulenten Start ins laufende Jahr fragen sich viele Anleger, wann der richtige Verkaufszeitpunkt ist. In der Regel geschehen solche Verkäufe zu spät. Zudem nimmt man an der folgenden Aufwärtsbewegung nicht vollständig teil. Denn sowohl für den Ausstieg wie den erneuten Einstieg ist es sehr schwer den perfekten Zeitpunkt zu finden.

Die Erfahrungen der Vergangenheit lehren uns, dass sich die Märkte relativ schnell wieder von solchen Schwächeanfällen erholen. Jüngstes Beispiel: Der Corona-Schock im März 2020. Innerhalb von nur vier Wochen stürzte der Swiss Market Index um einen Viertel ab – nur, um sich anschliessend fast ebenso rasant wieder zu erholen. Etwas mehr als ein Jahr später notierte der SMI bereits wieder auf einem Höchststand.

Beispiele wie der Corona-Schock oder die Finanzkrise zeigen, dass das sogenannte Market Timing – vor dem Absturz verkaufen und vor der Erholung wieder kaufen – in den allermeisten Fällen nicht funktioniert. Das zeigen zahlreiche Untersuchungen. Denn das grundsätzliche Problem ist, dass es sich erst in einer Rückschau sagen lässt, wann ein Tief- oder Höhepunkt erreicht wurde.

Für die Mehrheit der Anleger dürfte daher eine Kaufen-und-Halten-Strategie die beste Wahl sein. Dabei werden Wertpapiere gekauft und langfristig gehalten. Der Vorteil: Mit einer solchen Anlagestrategie können Wertschwankungen an den Börsen ausgesessen werden.

Anleger, die eine solche Kaufen-und-Halten-Strategie umsetzen möchten, sollten dabei vor allem auf geringe Kosten achten. Denn bei der langfristigen Geldanlage sind die tiefen Gebühren ein wichtiger Erfolgsfaktor. Deswegen eignen sich ETF und Indexfonds besonders gut für einen langfristigen Vermögensaufbau. 

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