Geldanlagen

Warum sich Anleger in schwierigeren Zeiten zurücklehnen sollten

Zum ersten Mal seit der Finanzkrise vor 14 Jahren sind die Börsenkurse seit mehreren Monaten rückläufig. Das ist kein Grund zur Beunruhigung – im Gegenteil.

Daniel Weinmann

Anlageexperte

Jahrelang hatte an den Börsen eitel Sonnenschein geherrscht. Seit vergangenem Winter sind Anlegerinnen und Anleger wieder mit der weniger erfreulichen Seite konfrontiert. Fast täglich, so scheint es, verlieren die Aktien an Wert. Seit Anfang Jahr hat sich im eigenen Wertschriftendepot eine Minusrendite angehäuft. Zwar ist es nur ein Buchverlust, aber ein schöner Anblick ist es nicht.

Was in solchen Momenten oft vergessen geht: Ohne Bärenmarkt gäbe es keine Bullenmärkte. Die Finanzmärkte benötigen Rückschläge, um erstens die vorangegangene Hausse zu konsolidieren und allfällige heisse Luft aus Risikoanlagen abzulassen und zweitens das Feld für den darauffolgenden Aufschwung vorzubereiten.

Merkblatt

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Die gute Nachricht ist: Ein Bärenmarkt – damit wird eine Börsenkorrektur von mindestens 20 Prozent bezeichnet – dauert im Durchschnitt viel kürzer als ein Bullenmarkt. Gemäss Berechnungen des renommierten amerikanischen Wirtschaftsmagazins Forbes dauert eine negative Phase im Schnitt 289 Tage, also weniger als zehn Monate. Eine positive Börsenphase mit Kursgewinnen von 20 Prozent oder mehr hingegen erstreckt sich über 973 Tage, das entspricht 2,7 Jahren.

Was das genau bedeutet, lässt sich an einem langfristigen Chart ablesen. Wenn man den Swiss Performance Index (SPI) über die vergangenen 30 Jahre betrachtet, fallen die einzelnen Börsenkorrekturen und Bärenmärkte kaum mehr ins Gewicht.

Das Platzen der Dot-Com-Bubble ab 2001 sowie die globale Finanzkrise 2007 und 2008 haben zwar kurzfristig die Entwicklung des Index gebremst. In der langen Frist haben sich die Aktienkurse aber dennoch vervielfacht.

Was heisst das nun für die derzeitige Situation? Wäre es nicht sinnvoller, bei einer Korrektur rechtzeitig auszusteigen, um die tieferen Notierungen wieder zum Einstieg zu nutzen? Die Antwort lautet: Grundsätzlich ja, allerdings kann niemand genau voraussagen, wann die Börsenkurse nach unten drehen. Das einzige Rezept, das in jedem Fall funktioniert, lautet: Ruhe bewahren und nicht in Aktionismus zu verfallen.

Wenn ein Börsencrash da ist, scheint die Welt für viele Anleger unterzugehen. Dabei wäre Gelassenheit angesagt. Denn auch wenn kurzfristig die Buchverluste schmerzen, werden in absehbarer Zeit zumindest die Kurse von qualitativ guten Aktien wieder nach oben gehen. Das war auch vor zwei Jahren so, als mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie die Börsenkurse implodierten, bevor sie bis zum Jahresende sich davon wieder komplett erholt hatten.

Aus diesem Grund gibt es grundsätzlich nur gute Einstiegszeitpunkte in Aktien. Schlecht ist einzig, nicht investiert zu sein. Eine sinnvolle Strategie kann zum Beispiel ein ETF-Sparplan sein. Mit regelmässigen Einzahlungen ist man ständig investiert. Wenn die Kurse fallen, profitieren die Anleger von tieferen Kaufkursen und können den durchschnittlichen Einstandspreis senken. Steigt die Börse wieder, partizipiert man mit dem gesamten investierten Kapital von höheren Notierungen.

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