Immobilien

Vorsicht bei Immobilienmaklern

Viele Verträge sind einseitig zugunsten des Maklers formuliert und schränken den Spielraum des Auftraggebers zu sehr ein. Es lohnt sich, alle Klauseln genau zu studieren.

Andreas Meyer

Experte Immobilienverkauf

Auf die folgenden Punkte sollten Sie besonders achten, bevor Sie jemanden mit dem Verkauf Ihrer Immobilie beauftragen:

  • In der Schweiz darf sich jeder Makler nennen, man braucht keine spezielle Ausbildung oder Bewilligung. Stellen Sie darum sicher, dass Ihr Makler ein fundiertes Fachwissen hat. Gute Hinweise liefern zum Beispiel Referenzobjekte und Verkaufsdokumentationen von früheren Verkäufen. Erkundigen Sie sich bei Notaren in Ihrer Region oder bei Ihrer Bank nach dem Leumund des Maklers.
  • Viele Makler gewinnen Mandate, indem sie einen unrealistisch hohen Verkaufspreis in Aussicht stellen. Ein zu hoher Verkaufspreis schreckt aber potenzielle Käufer ab. Wenn Sie den Preis mangels Interessenten nach unten korrigieren müssen, ist das ebenfalls ein schlechtes Signal. Starten Sie daher mit einem realistischen Verhandlungspreis. Stützen Sie sich dabei auf eine unabhängige Immobilienschätzung.
Merkblatt

Immobilie verkaufen: So finden Sie den passenden Makler

In diesem Merkblatt erfahren Sie, was man bei der Wahl des Maklers beachten sollte, und wie Sie Ärger und Verluste vermeiden können.

  • Passen Sie auf vor überrissenen Gebühren. Bei den Provisionen sind 2 bis 3 Prozent des Verkaufspreises üblich. Immer häufiger enthalten Verträge eine Mehrerlösregelung: Verkauft der Makler die Liegenschaft zu einem höheren Preis als dem vereinbarten Zielpreis, erhält er zusätzlich zur Provision ein Bonushonorar von beispielsweise 10 Prozent des Mehrerlöses. Achten Sie darauf, dass der Zielpreis mindestens dem aktuellen Marktwert entspricht. Auch dafür lohnt sich eine unabhängige Schätzung
  • Manche Makler offerieren einen günstigen Pauschalpreis. Bei solchen Angeboten muss man oft vieles selber erledigen. Oder der Makler setzt den Verkaufspreis absichtlich zu tief an, um den Verkauf schnell und mit wenig Aufwand abzuschliessen.
  • Räumen Sie dem Makler kein alleiniges Verkaufsrecht ein. Vorsicht ist auch angezeigt bei Klauseln, nach denen der Makler die Provision selbst dann zugut hat, wenn der Käufer nicht durch ihn vermittelt wurde. Es kommt oft vor, dass Eigentümer selber einen Käufer finden. 
  • Viele Maklerverträge sehen eine Mindestdauer von sechs oder noch mehr Monaten vor. Das führt immer wieder zu Streitigkeiten, wenn das Mandat vorzeitig gekündigt wird. Bestehen Sie daher auf einem unbefristeten Vertrag, der jederzeit kündbar ist. Und akzeptieren Sie keine Klausel, die dem Makler im Fall der Kündigung ein Pauschalhonorar zusichert, das über seinen tatsächlichen Aufwand hinausgeht. 

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