Versicherungen

Teure und unnötige Versicherungen: Kündigen wird jetzt einfacher

Eine Police ist schnell unterschrieben. Oft wird es jedoch schwierig, von einem Versicherungsvertrag wieder zurückzutreten. Das wird nächstes Jahr besser.

Tamara Riner

Versicherungsspezialistin

Am 1. Januar 2022 tritt das angepasste Versicherungsvertragsgesetz in Kraft. Das ist gut so, denn die Änderungen sollen die Versicherten besser vor zweifelhaften Praktiken der Versicherer schützen. Wer zum Beispiel aus einem Knebelvertrag aussteigen möchte, sollte sich das zunutze machen: 

Widerrufsrecht

Neu gilt eine Bedenkfrist von 14 Tagen, innert derer Versicherte von einem Vertrag zurücktreten können. Beispiel: Sie haben sich eine teure Lebensversicherung aufschwatzen lassen. Nachdem Sie ein paarmal darüber geschlafen haben, merken Sie, dass das ein Fehler war. Ab nächstem Jahr können Sie einen solchen Vertrag innert 14 Tagen ohne Verpflichtung wider­rufen.

Kündigungsrecht

Neu können mehrjährige Verträge nach Ablauf einer Frist von drei Jahren ordentlich gekündigt werden. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. Beispiel: Sie haben einen 5- oder 10-Jahresvertrag abgeschlossen. Dank einem Versicherungs-Check haben Sie gesehen, dass es bessere und günstigere Angebote gibt. 
 

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Versicherungs-Check machen

Möchten Sie sich optimal versichern und weniger dafür bezahlen? Das VZ prüft Ihre aktuellen Versicherungspolicen jetzt kostenlos.

Ab 2022 können Sie solche Verträge schon nach drei Jahren beenden und zu einem günstigeren Versicherer wechseln. Ein Wechsel lohnt sich: Die Familie im Beispiel (siehe Tabelle) spart Jahr für Jahr rund 670 Franken, wenn sie sich besser und günstiger versichert.

Kündigungsverzicht

In der Zusatzversicherung zur Krankenkasse können die Versicherten weiterhin von sich aus kündigen, die Krankenkassen nicht mehr. Beispiel: Im Schadenfall darf Ihr Krankenzusatzversicherer den Vertrag nicht mehr kündigen.

Verjährungsfrist 

Die Verjährungsfrist für vertraglich vereinbarte Leistungsansprüche wird erhöht. Neu verjähren sie erst fünf Jahre nach einem Schaden statt nach zwei Jahren. 
Beispiel: Sie melden Ihren Anspruch auf Leistungen des Versicherers erst vier Jahre nach dem Schaden. Ab 2022 haben Sie auch dann noch Anspruch auf die Leistungen.

Forderungsrecht 

Wer einen Schaden erlitten hat, kann Ansprüche direkt beim Haftpflicht-Versicherer der Person geltend machen, die für den Schaden verantwortlich ist, nicht mehr dem eigenen Ver­sicherer.
Tipp: Machen Sie von diesem neuen Forderungsrecht Gebrauch, wenn Sie möglichst rasch zu Ihrem Geld kommen wollen. 

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