Geldanlagen

So wirkt sich die Inflation auf Ihr Depot aus

Das Inflationsgespenst ist zurück. Die Teuerungsraten weisen weltweit teilweise so hohe Stände auf wie zuletzt in den 1980er Jahren. Was muss man im eigenen Portfolio beachten?

Markus Lackner

Leiter Research

Im Mai stiegen die Konsumentenpreise in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent. Ein so hoher Wert, allgemein als Inflationsrate bekannt, wurde zuletzt im Sommer 2008 während der globalen Finanzkrise erreicht (Grafik).

Auch im Euroraum und in den USA befinden sich die Teuerungsraten aktuell auf einem Rekordniveau, wie, im Fall der USA, zuletzt in den 1980er Jahren.

Der Konsumentenpreisindex besteht aus Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte üblicherweise kaufen. Die wichtigsten Bestandteile für die Schweiz sind Wohnen & Energie (27 Prozent), Gesundheit (18 Prozent) und Nahrungsmittel (12 Prozent). Bei der sogenannten Kerninflation werden die stärker schwankenden Preise für Nahrungsmittel und Energie ausgeschlossen. Auch dieser Wert stieg auf den höchsten Stand seit 14 Jahren. Bei der Berechnung der Inflationsrate werden die Preise zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten miteinander verglichen. Entscheidend sind also der Anfangs- und der Endwert. War der Anfangswert beispielsweise sehr tief, dann kann schneller eine hohe prozentuale Veränderung erreicht werden.

Deutlich teureres Erdöl

Seit dem Zurückfahren der Corona-Massnahmen und der Eskalation des Ukraine-Konfliktes haben sich die Preise einiger Güter und Dienstleistungen stark bewegt. Das offensichtlichste Beispiel sind die Ölpreise, wo der Preis der in Europa gehandelten Sorte Brent seit März mehrmals über 120 US-Dollar pro Barrel angestiegen ist. Aufgrund der Sanktionen gegen Russland haben sich auch die Gaspreise in Europa stark erhöht, was sich entsprechend auf die Stromkosten und energieintensive Gewerbe auswirkt.

Merkblatt

Die Auswahl des richtigen ETF

Dieses Merkblatt zeigt auf, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Je nach Stand und Entwicklung der Inflationsraten profitieren unterschiedliche Anlageklassen im Portfolio. Die historische Betrachtung kann als Indikation für die Wertentwicklung in den unterschiedlichen Phasen des Inflationszyklus dienen.

So hat die Vergangenheit beispielsweise gezeigt, dass bei einer tiefen Inflation insbesondere Technologieaktien zulegen. Bei einer steigenden, aber weiter tiefen Inflation waren hingegen bislang Rohstoffe und Aktien die beste Investitionsmöglichkeit. Wenn die Inflation bereits hoch ist und weiter ansteigt, konnten Anleger in der Vergangenheit besonders mit Investitionen in Rohstoffe, Gold und Rohstoffaktien profitieren.

"Cash" ist längst nicht immer "King"

Bargeld galt in allen Fällen eines Inflationsanstiegs als die am wenigsten attraktive Option. Auch Obligationen mit langer Laufzeit verloren bei einer steigenden Teuerung an Wert.

Bei steigender Inflation wird zudem häufig auf inflationsgeschützte Obligationen verwiesen. Aufgrund der komplexen Berechnung dieser Produkte ist der ausschlaggebende Faktor für die Wertentwicklung dieser Produkte jedoch nicht nur die Inflation, sondern deren Verhältnis zu den Inflationserwartungen. Dies hat den Haken, dass inflationsgeschützte Anleihen im Vergleich zu klassischen Obligationen schlechter abschneiden, wenn die tatsächliche Inflation unter den Erwartungen bleibt.

Höhere Zinsen schlagen auf Immobilien durch

Auch Immobilien gelten immer wieder als Inflationsschutz. Sie können grundsätzlich eine steigende Inflationsrate parallel mit ansteigenden Miteinnahmen ausgleichen. Allerdings werden Immobilien häufig fremdfinanziert. Bei einem Zinsanstieg aufgrund hoher Inflationsraten kann es so zu steigenden Kosten und sinkenden Margen von Immobilienunternehmen kommen.

Bei einer sinkenden Inflation hingegen profitierten in der Vergangenheit Aktienkurse unabhängig von der Höhe der Inflationsrate. Auch Obligationen mit langer Laufzeit und Bargeld schnitten in dieser Phase des Inflationszyklus besonders positiv ab.

Sämtliche der erwähnten Anlageklassen und Aktiensektoren lassen sich inzwischen mittels passiver Anlagefonds wie ETF oder Indexfonds abbilden. Diese ermöglichen es, ein Portfolio günstig und unkompliziert aufzubauen. Im kostenlosen Merkblatt finden Sie die wichtigsten Tipps zur Auswahl des richtigen ETF. Oder sprechen Sie mit einer Fachperson im VZ in Ihrer Nähe.