Geldanlagen

So wird eine Anlagestrategie erfolgreich mit ETF umgesetzt

Fast jede Anlagestrategie lässt sich mit günstigen ETF, Indexfonds oder einem Mix beider Produkte umsetzen. Dabei lohnt sich für Anlegerinnen und Anleger ein Vorgehen in vier Schritten.

Jan Simon

Anlageexperte

ETF und Indexfonds erfreuen sich nach wie vor grosser Beliebtheit. Wer eine Anlagestrategie mit diesen passiven und günstigen Anlagelösungen umsetzen möchte, sollte vor der eigentlichen Fondsauswahl verschiedene Entscheidungen treffen. So lässt sich das Depot optimal zusammensetzen. 

Schritt 1: Definition der Vermögensallokation (Asset Allocation)

Entscheidend für den ersten Schritt ist das individuelle Risikoprofil des Anlegers. Dieses wird primär durch seine Risikotoleranz definiert. Aus diesem Profil ergibt sich die strategische Asset Allocation für Anleger, also die langfristige prozentuale Aufteilung seiner Anlagesumme auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Obligationen oder Immobilien oder Subanlageklassen wie Schweizer Aktien, europäische Aktien oder amerikanische Staatsanleihen. Diese Aufteilung berücksichtigt ebenfalls die Risikobereitschaft des Anlegers. Wer ein höheres Risiko bei seinen Anlagen einzugehen bereit ist, wird zu einem erheblichen Teil in Aktien investieren. In diesem Fall muss er grundsätzlich mit höheren Verlust- und Schwankungsrisiken rechnen, als ein Anleger, der sein Portfolio zusätzlich zu seinen Aktienanlagen mit anderen Anlageklassen wie Zinswerten oder Rohstoffen diversifiziert.

Diese höheren Risiken sind der Preis, den ein Anleger für die höhere Renditeerwartung von Aktien eingehen muss. In diesem Schritt wird auch definiert, welcher Teil der Anlagen in Schweizer Franken abgesichert werden soll. Wer ausländische Obligationen oder Aktien gegenüber Währungsrisiken absichern möchte, kann in einem späteren Schritt ETF oder Indexfonds investieren, bei dem das Währungsrisiko durch den Fonds abgesichert wird. 

Schritt 2: Definition der taktischen Ausrichtung

Neben der strategischen Ebene gibt es beim Investieren auch die taktische Ebene. Hier werden kurzfristigere Anlageentscheidungen gefällt. So lassen sich je nach Marktumfeld temporär einzelne Anlageklassen abweichend zu der langfristigen Zielsetzung gewichten. Es ist allerdings sehr umstritten, ob solches Market Timing tatsächlich zu einer höheren Rendite führt. Die Alternative dazu ist, nicht von den langfristigen Zielwerten abzuweichen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Kaufen-und-Halten-Strategie (Buy and hold).

Hier ist es indes ratsam, bei abweichenden Gewichtungen von der ursprünglichen Anlagestrategie einzugreifen. Dies passiert etwa, wenn sich einzelne Anlageklassen deutlich stärker entwickeln als andere – zum Beispiel ein stark zulegender Aktienmarkt, während sich Obligationen seitwärts bewegen. Hier kann ein Rebalancing-Ansatz helfen, regelmässig die Gewichtung wieder auf die ursprüngliche Definition zurückzuführen. 

Schritt 3: Wahl des geeigneten Index

Bei Investitionen mit ETF und Indexfonds ist die Wahl des Indexes ausgesprochen wichtig, da passive Fonds den entsprechenden Index möglichst genau abbilden möchten. Je nach Anlageklasse gibt es viele unterschiedliche Indizes. Wer etwa in Schweizer Aktien investieren, kann nicht nur in die bekannten SMI, und SPI, sondern auch noch in fünf andere Indizes Geld anlegen. Aufgepasst: Indizes können sich in der Zusammensetzung stark unterscheiden. Das wirkt sich auch auf die Rendite- und Risikoeigenschaften aus. Der SMI beinhaltet die zwanzig grössten Schweizer Titel und gewichtet die grossen drei Titel Nestlé, Novartis und Roche mit über 50 Prozent. Der Swiss Leader Index (SLI) hingegen begrenzt die Gewichtung je Titel auf 9 Prozent.

Je nach Anlagesumme kann es deshalb sinnvoll sein, auch innerhalb einer (Sub-)Anlageklasse über verschiedene Indizes zu diversifizieren. Anleger sollten in jedem Fall das Konzept des Indexes kennen, seine Rendite-Risiko-Eigenschaften und wie er zusammengesetzt ist. Beispielsweise kann ein nachhaltiger Index nur minimal von seinem klassischen Pendant abweichen.

Schritt 4: Wahl des geeigneten ETF oder Indexfonds

Wenn die passenden Indizes ausgewählt sind, geht es im letzten Schritt darum, die besten Produkte zu finden. Wer eine durchgängige Handelbarkeit wünscht, wählt einen ETF. Wem ein einmaliges Handeln pro Tag genügt, kann auch auf einen Indexfonds setzen. Grundsätzlich ist jedoch das Angebot bei ETF bedeutend grösser. Auch im stark wachsenden Bereich der nachhaltigen Anlagen (meist unter den Stichworten "ESG" oder "SRI" angeboten) bietet das ETF-Spektrum viele Möglichkeiten, um die entsprechenden Anlageklassen auf diese Art abzudecken. 

Die ETF und Indexfonds sollten insbesondere in Hinblick auf Replikationsart, Replikationsqualität Gegenparteirisiken und Gebühren geprüft werden. Bei der Suche nach dem geeigneten Produkt sollten zudem die Anlagestrategie, die Haltedauer sowie individuelle Risikoeigenschaften und Bedürfnisse in Blick behalten werden. 

Wichtig zu wissen ist, dass es gerade im Bereich der ETF immer wieder zu Änderungen kommen kann. Diese beziehen sich nicht nur auf Anpassungen bei einem Produkt (z.B. Austausch des Index, Anpassung der Replikationsart), sondern auch auf Kotierungen  von neuen und günstigeren Produkten. Deshalb wird empfohlen, die eingesetzten ETF und Indexfonds laufend zu überwachen. 

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