Geldanlagen

So können Anleger zum Erreichen der Klimaziele beitragen

Die UN-Weltklimakonferenz in Glasgow ist den hohen Erwartungen nicht gerecht geworden. Was das für Anleger heisst – und wo die Fallstricke bei nachhaltigen Investments lauern.

Manuel Rütsche

Leiter Asset Management

Der Lärm hat sich wieder gelegt. Als vor wenigen Tagen die UN-Klimakonferenz COP 26 im schottischen Glasgow zu Ende ging, prägte vielerorts eine grosse Enttäuschung das Geschehen. Vor allem die Kompromisse, die bei der Abkehr von Kohle eingegangen werden mussten, drückte auf die Stimmung. Indien und China, zwei wichtige Player im Kohlemarkt, bekämpften die Forderung nach einem Ausstieg. In der gemeinsamen Erklärung verabschiedeten die rund 200 Teilnehmernationen ein Herunterfahren von Kohlekraft.

Dabei war der Ausgangspunkt für die Klimakonferenz klar umrissen gewesen. Jedes Jahr steigt der Ausstoss von Treibhausgasen an, die das Klima nachhaltig verändern. Bereits vor sechs Jahren hatte sich die globale Ländergemeinschaft im Pariser Abkommen darauf verständigt, die Erderwärmung unter 2 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu halten. Ebenfalls im Abkommen wurde festgehalten, dass ernsthaft versucht werde, die Erwärmung unter 1,5 Grad zu halten. Davon sind die Länder noch weit entfernt.

Einzelne Teilnehmernationen versuchen deshalb, den Druck auf die Unternehmen über die Kapitalmärkte zu erhöhen. Das Vereinigte Königreich hat bereits bekanntgegeben, dass es die sogenannt schmutzigen Industrien in die Pflicht nehmen will, dass sie ihre CO2-Bilanz innerhalb des Rahmens des Pariser Abkommens verbessern.  

In den USA prüft die Börsenaufsicht SEC derzeit Regeln, um Unternehmen dazu zu zwingen, ihre im Zusammenhang mit dem Klima stehenden Risiken offenzulegen. Gleichzeitig überlegt das Arbeitsministerium, Gelder aus der Altersvorsorge verstärkt in nachhaltig investierende Anlagefonds zu lenken.

Druck auf mehr Transparenz

Was heisst das konkret für Anlegerinnen und Anleger? Unternehmen werden immer mehr unter Druck kommen, klar und transparent aufzuzeigen, wie sie ihre Aktivitäten oder ihr Portfolio bis spätestens ins Jahr 2050 einer Netto-Null-Wirtschaft anpassen wollen – sprich klimaneutral werden.

Gleichzeitig boomen passive und aktive Anlagefonds, die auf Nachhaltigkeit setzen. Im vergangenen Jahr ist das Volumen solcher Investments erneut stark gestiegen. Dennoch ist es für viele Anlegerinnen und Anleger schwierig, die vorhandenen Anlagemöglichkeiten zu durchschauen. So können beispielsweise Begriffe wie «ESG» (Environment, Social, Governance) und «Nachhaltigkeit» sehr unterschiedlich interpretiert werden.

So kann es auch sein, dass in einigen Anlagefonds zwar mit solchen Attributen geworben wird, das effektive Fondsportfolio aber nur sehr limitiert auf Verbesserungen der Nachhaltigkeitseigenschaften ausgelegt ist. So hat eine VZ-Studie zum Thema Nachhaltige Aktien-ETF ergeben, dass klassische Aktienindizes, die nicht explizit als nachhaltig vermarktet werden, sehr gute Nachhaltigkeitseigenschaften aufweisen können.

Für Anlegerinnen und Anleger, die möglichst nachhaltig anlegen wollen, sind daher drei Punkte wichtig:

Erstens, wie man sein Geld auf die verschiedenen Anlageklassen aufteilt. Das beeinflusst nicht nur die Rendite- und Risikoeigenschaften eines Portfolios, sondern auch jene bezüglich der Nachhaltigkeit.

Zweitens sollte man sich bei der Auswahl von nachhaltigen Anlagefonds nicht bloss auf die Bezeichnung verlassen. Anleger müssen sich mit dem Produkt und dem entsprechenden Nachhaltigkeitskonzept auseinandersetzen.

Drittens sollten Anleger sich bewusst sein, inwiefern die angewendete Nachhaltigkeitsstrategie zum Beispiel die Sektorgewichtungen im Vergleich zur klassischen Strategie beeinflusst und damit die Rendite- und Risikoeigenschaften des Fonds verändert.

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