Pensionierung

Sinkende Renten: So vermeiden Sie schmerzhafte Einbussen

Die Renten aus AHV und Pensionskasse sind meistens zu tief, um den gewohnten Lebensstil im Alter aufrechtzuerhalten.

Karl Flubacher

Geschäftsleiter Region Nordwestschweiz und Westschweiz

Den Lebensabend ohne Sorgen zu geniessen: Diese Idee steckt hinter der zweiten Säule. Während die Rente aus der AHV das Existenzminimum sichern soll, dient die Rente aus der zweiten Säule zur Finanzierung des bisherigen Lebensstandards. Doch diese Rechnung geht je länger je weniger auf, denn viele Pensionskassen haben ihre Leistungen schon deutlich gekürzt. Andere ziehen nach.

Um sorgenfrei in Pension gehen zu können, müssen künftige Pensionierte deshalb einen Teil ihrer Alters- vorsorge aus dem eigenen Vermögen finanzieren. Ein Beispiel: Im Vorsorgeausweis eines 58-jährigen Mannes steht, dass er mit 65 Jahren voraussichtlich 600'000 Franken in seiner Pensionskasse angespart haben wird. Wird dieses Guthaben mit einem Umwandlungssatz von 6,0 Prozent in eine Rente umgewandelt, bekommt er 3000 Franken pro Monat. Senkt die Pensionskasse ihren Umwandlungssatz nun auf 5,0 Prozent, schrumpft seine monatliche Rente auf 2500 Franken. Das ist eine Einbusse von 500 Franken – und zwar Monat für Monat.

Merkblatt

So budgetieren Sie Ihre Pensionierung

Das Merkblatt zeigt auf, was sich alles nach einer Pensionierung verändert.

Doch damit nicht genug: Aufgrund der tieferen Umwandlungssätze decken die Renten aus AHV und Pensionskasse bei Weitem nicht mehr 60 Prozent des zuletzt bezogenen Einkommens. Angenommen der Mann im Beispiel verdient netto 110'000 Franken im Jahr: Dann werden seine Renten einst nur noch knapp 53 Prozent seines letzten Salärs decken.

Die wichtigsten Gründe für die Leistungskürzungen sind die tiefen Zinsen und die steigende Lebenserwartung – immer weniger Geld muss immer länger reichen.

Vom eigenen Vermögen leben

Umso wichtiger ist es, die Vorsorge selbst in die Hand zu nehmen. Gezielte Einkäufe in die Pensionskasse eignen sich dafür, weil sie steuerlich begünstigt sind. Gut fährt man auch mit den ebenfalls steuerlich attraktiven Einzahlungen in die Säule 3a. Es lohnt sich, möglichst früh mit dem Sparen zu beginnen, wie ein Beispiel zeigt: Sinkt der Umwandlungssatz von 6,0 auf 5,0 Prozent, muss ein 55-Jähriger jedes Jahr 10'959 Franken zusätzlich auf die Seite legen, um bei der Pensionierung auf seine Zielrente von 3000 Franken zu kommen. Beginnt er bereits mit 50, braucht es 6939 Franken jährlich.

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Gleichzeitig sollte man frühzeitig planen, wie man das angesparte Vermögen so aufteilt, damit es bis ans Lebensende reicht. Ein solider Finanzplan zeigt genau auf, wie sich Ausgaben, Einkommen und Vermögen in den Jahren nach der Pensionierung entwickeln werden, und ob das Vermögen reicht, um das nötige Einkommen viele Jahre lang zu sichern.

Folgende Fragen soll der Finanzplan zwingend beantworten:

  • Wie viel muss ich ansparen, um das fehlende Einkommen auszugleichen?
  • Wie kann ich dieses Kapital bis zur Pensionierung aufbauen?
  • Wie decke ich den Einkommensbedarf nach der Pensionierung am besten?
  • Wie setze ich die nötigen Massnahmen richtig um?

Es braucht eine sorgfältige Planung

Für die Finanzierung der Einkommenslücke stehen Vermögenswerte wie Kontoguthaben und Wertschriften zur Verfügung sowie das Pensionskassenkapital und die Säule 3a. Dieses Geld kann unter anderem mit einer Etappenstrategie langfristig angelegt werden, wobei die Mittel in einen Verbrauchs- und einen Wachstumsteil aufgeteilt werden. In den Verbrauchsteil fliesst jener Betrag, der nötig ist, um den Einkommensbedarf für die erste Planungsetappe von zehn Jahren zu decken. Dieses Geld wird sehr sicher und ausschliesslich kurzfristig angelegt und schrittweise aufgebraucht. Der Rest fliesst in den Wachstumsteil und sichert das Einkommen für die folgenden zehn Jahre.

Ein solider Finanzplan sowie das darauf basierende Einkommenskonzept benötigt viel Fachwissen. Es lohnt sich deshalb, eine Fachperson beizuziehen, die sich auskennt.