Immobilien

Selbst wer gut verdient, hat Mühe, ein Eigenheim zu finanzieren

Trotz gutem Einkommen und tiefen Hypozinsen bekommen längst nicht alle Bau- und Kaufwilligen eine Hypothek. Prüfen Sie darum sorgfältig alle Alternativen.

Adrian Wenger

Hypothekarexperte

Banken verlangen, dass man mindestens 20 Prozent des von ihnen ermittelten Belehnungswerts als Eigenkapital mitbringt. Weil die Preise sehr schnell sehr stark gestiegen sind, wird es immer schwieriger, diese Quote aufzubringen. Besonders junge Leute und Haushalte konnten in der Regel noch nicht genug ansparen. So muss eine Familie zum Beispiel mindestens 250'000 Franken Eigenkapital mitbringen, um ein Haus im Wert von 1,25 Millionen Franken zu finanzieren (siehe Tabelle unten).

Zu wenig Einkommen

Selbst Gutverdienende, die die Zinsen problemlos bezahlen könnten, bekommen nicht unbedingt eine Hypothek. So braucht die Familie im Beispiel ein Einkommen von 225'000 Franken, damit die Rechnung für die Bank aufgeht; auch mit einem Eigenkapital von 35 Prozent wären es immer noch 159'000 Franken. Damit eine Hypothek als tragbar gilt, rechnen Banken mit einem Zins von 5 Prozent plus 1 Prozent für Nebenkosten sowie zusätzlich allfällige Amortisationen.

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Tipp: Oft geht es nicht ohne Hilfe der Eltern. Prüfen Sie darum all Ihre Optionen. Sie können Ihre Eigenmittel etwa mit einem Erbvorbezug aufstocken. Aufgepasst: Ist der Erbvorbezug grösser als der Anteil, der Ihnen zusteht, müssen Sie Ihren Miterben die Differenz bei der Erbteilung zurückzahlen. Je nach Bank kann sich Ihre Verhandlungsposition auch verbessern, wenn Ihre Eltern als Solidarschuldner oder Bürgen einspringen. Und unter Umständen können Ihre Eltern das Eigenheim auf ihren Namen kaufen, es Ihnen vermieten und mit Ihnen allenfalls einen Kaufrechtsvertrag abschliessen. So haben Sie dann höchstens zehn Jahre lang das Recht, die Immobilie zu den festgelegten Bedingungen zu übernehmen. Das gibt Ihnen Zeit, die nötigen Eigenmittel aufzubauen.

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