Geldanlagen

Robuste Daten aus den USA sorgen für mehr Zuversicht

Erneut lassen Wirtschaftsdaten darauf hoffen, dass die Zinserhöhungen weniger aggressiv als befürchtet ausfallen. Das würde den Börsen weiteren Schub verleihen. 

Markus Lackner

Leiter Research

Aus den USA kommen Wirtschaftsdaten, die wieder für einen Hoffnungsschimmer sorgen. Im Juni sind die Einzelhandelsumsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1 Prozent gestiegen.

Dieses Plus liegt über den Erwartungen und ebenfalls über dem Vormonatswert von -0,1 Prozent.

Gleichzeitig nahm auch das Konsumentenvertrauen im Juli von 50 auf 51,1 Punkte zu. Auch das ist als positive Überraschung zu werten. Erwartet wurde ein unveränderter Wert zum Vormonat. Diese Konsumentendaten sorgen für eine gewisse Entspannung in Bezug auf die zugenommenen Rezessionsängste in den USA.

Es sieht danach aus, dass noch genügend Wachstumsmomentum vorhanden ist, und dass dieser Schwung in die kommenden Quartale mitgenommen werden kann. Unter diesen Umständen dürfte ein wirtschaftlicher Abschwung erst im kommenden Jahr stattfinden. Gespannt sind die Ökonomen deshalb auch, wie sich diese Datenlage auf die Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) von Ende Juli auswirkt. Stand heute wird erwartet, dass das Fed die Zinsen um weitere 0,75 bis 1,0 Prozentpunkte anhebt.

Positiv zu vermerken ist zudem, dass die Gewinnaussichten der US-Unternehmen für das laufende Jahr nochmals leicht höher liegen als zuvor. Entgegen der Überzeugung vieler Investoren haben sich im Vergleich zum Frühling die Erwartungen weiter nach oben verschoben. Das liegt hauptsächlich an den guten Ergebnissen des ersten Quartals, die Erwartungen für den Rest des Jahres sind weitgehend gleich geblieben.

Treffen diese Prognosen ein, werden die Unternehmensgewinne gut 40 Prozent über dem Vor-Corona-Niveau zu liegen kommen.

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Erste Daten deuten solide Gewinnsaison an

Zwar haben von den 500 grössten Unternehmen in den USA erst 7 Prozent ihre Ergebnisse für das zweite Quartal 2022 bekanntgegeben. Dennoch zeigen diese, dass wie in der Berichtssaison zum ersten Quartal mit soliden Zahlen zu rechnen ist. Bislang haben vier von fünf Unternehmen die Konsenserwartung beim Gewinn übertreffen können. Das liegt nur knapp unter dem Durchschnitt der vergangenen zwei Jahre von 82 Prozent. Während die Finanzwerte eher leicht enttäuschten, konnten die IT-Unternehmen die an sie gestellten Prognosen übertreffen. Auch in der Schweiz haben einige Unternehmen im ersten Halbjahr die Erwartungen zum Teil deutlich übertreffen können. Als erstes Schwergewicht im Swiss Market Index überzeugte auch der Pharma-Konzern Novartis mit dem Semesterausweis.

China kommt wieder in Fahrt

Die chinesische Wirtschaft hat nach den neuerlichen monatelangen Lockdowns wieder etwas an Tempo gewonnen. Im Juni stieg die Industrieproduktion um 3,9 Prozent und lag damit praktisch auf dem erwarteten Niveau von 4 Prozent. Positiv überrascht haben auch hier die Einzelhandelsumsätze, die im Juni 3,1 Prozent zugenommen haben. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Noch hinkt aber das Wirtschaftswachstum dieser Entwicklung hinterher. Gemäss offiziellen Angaben schwächte sich das Wachstum im zweiten Quartal auf 0,4 Prozent ab. Das liegt deutlich unter den erwarteten 1,2 Prozent. Auch wenn einzelne Indikatoren einen neuerlichen Aufschwung der chinesischen Wirtschaft andeuten, bleibt das Wachstum abhängig von den Corona-Massnahmen der Regierung. Es wird erwartet, dass die Regierung weitere Massnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft beschliesst. Dies könnte das Wirtschaftswachstum wieder stärken.

Britische Inflation auf 40-Jahre-Hoch

Die Teuerung schüttelt nicht nur die Vereinigten Staaten und die Eurozone durch, sondern auch das Vereinigte Königreich. Gemäss jüngsten Daten liegt die Inflationsrate nun bei 9,4 Prozent – ein Wert, den man auf der Insel seit 40 Jahren nicht mehr gesehen hat. Vor allem höhere Preise für Nahrungsmittel und Energie wirkten inflationstreibend. Diese Entwicklung dürfte Druck auf die britische Notenbank ausüben, die Zinsen stärker als erwartet anzuheben.