Geldanlagen

Keine Angst vor dem Einstieg an der Börse

Ob Aktienkurse stark steigen oder fallen – viele Anleger fürchten sich in beiden Fällen vor einem falschen Einstiegszeitpunkt. Dabei sind die Renditechancen gerade bei Börsenkorrekturen gut. Das zeigt eine Datenauswertung des VZ.

Rolf Biland

Chief Investment Officer

Viele Anleger halten sich mit dem Aktienkauf zurück, wenn die Börsen auf hohen Niveaus notieren. Zu gross ist die Sorge, dass die Kurse wenig später zusammenfallen könnten. Allerdings halten sich viele auch mit einem Einstieg zurück, wenn die Börsenkurse gefallen sind. Zu gross ist die Angst, dass die Aktien noch weiter fallen könnten. Das VZ hat diese Irrationalität zum Anlass genommen, um eine faktenbasierte Auswertung zu machen.

Als Grundlage dient der marktbreite amerikanische Börsenindex S&P 500. Untersucht wurde die durchschnittliche Kursentwicklung nach sechs, zwölf, 24 und 36 Monaten bei kleineren wie auch massiveren Börsenkorrekturen. Das Ergebnis könnte klarer nicht sein. Unabhängig vom Ausmass der Korrektur und dem Zeitpunkt des Aktienkaufs während der Korrektur konnten Anleger im Durchschnitt in fast allen gemessenen Zeitperioden eine positive Performance ausweisen.

Das grösste Potenzial liegt während den ganz grossen Crashes, die zu Kursverlusten von über 50 Prozent führten. Aber auch für das aktuelle Umfeld stimmen die historischen Daten zuversichtlich. Bislang belief sich der maximale Verlust des S&P 500 im laufenden Jahr auf 18,7 Prozent.

Damit liegt das Börsenjahr 2022 im klassischen Korrekturmuster. In den vergangenen 93 Jahren kam es nur sehr selten zu einem grösseren Einbruch. Wer einen solchen Rücksetzer als Einstiegschance wahrnimmt, konnte in der Vergangenheit im Schnitt auf zwölf Monate hinaus über 7 Prozent Rendite erzielen, auf drei Jahre hinaus gesehen gar leicht über 20 Prozent.

Factsheet

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Auch bei anderen Crash-Szenarien fielen die Renditen in den Folgejahren im Schnitt meist deutlich positiv aus. Ein Einstieg lohnt sich auch dann, wenn man nicht sicher ist, dass die Börsen ihre Tiefststände bereits erreicht haben. Selbst wenn die Kurse in den kommenden Monaten noch etwas nachgeben sollten, zahlt es sich aus, mit dem Einstieg nicht abzuwarten.

Eine zweite Auswertung des VZ mit unterschiedlichen Staffelungen beim Einstieg zeigt, dass über alle Zeiträume und Anlageperioden ein Portfolio mit der sofortigen Investition des Anlagegeldes die höchste durchschnittliche Performance erzielt hat. Je länger man den Einstieg staffelt – zum Beispiel alle drei Monate die Einzahlung eines Drittel des Anlagevolumens –, desto grösser fällt längerfristig der durchschnittliche Unterschied aus.

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In den ersten drei Monaten des Jahres ist die Schweizer Wirtschaft leicht gewachsen. Trotz des Ukraine-Kriegs, der Lieferkettenprobleme und der wachsenden Inflation ist die nationale Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresquartal, als noch stärkere Corona-Massnahmen in Kraft waren, stieg das Bruttoinlandprodukt gar um 4,4 Prozent. Zum Wachstum trug vor allem der Industriesektor bei, aber auch der Bereich Finanzen und Versicherungen konnte zulegen.

Rekordhohe Inflation im Euroraum

Die Teuerung klettert im Euroraum auf ein weiteres Rekordhoch. Wegen dem Anstieg der Energiepreise ist die Teuerung im Mai auf 8,1 Prozent hochgeschossen. Das übertraf gar die Erwartungen der Ökonomen, die mit einer Zunahme von 7,7 Prozent gerechnet hatten. Aktuell liegt die Inflationsrate damit viermal so hoch wie das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie strebt langfristig eine Teuerung von 2,0 Prozent an. Die jüngste Entwicklung erhöht den Druck auf die EZB, früher als erwartet die Zinsen zu erhöhen.

Robuste US-Konsumentenstimmung

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