Geldanlagen

Inflation ist der ungewisse Dauerbrenner

Rolf Biland

Chief Investment Officer

Die steigende Preisdynamik setzt weiterhin grosse Teile der Weltwirtschaft unter Druck. Im Euroraum hat die Teuerungsrate im November im Jahresvergleich 4,9 Prozent erreicht. Dies ist der höchste Wert seit Bestehen des gemeinsamen Währungsraums. Noch schneller klettern die Preise in den Vereinigten Staaten: Im November sind dort die Konsumentenpreise im Vergleich zum Oktober 0,8 Prozent gestiegen. Die annualisierte Teuerungsrate liegt nun bei 6,8 Prozent – so hoch wie seit 1982 nicht mehr.

Doch nicht nur auf Konsumentenseite ist das heftige Preiswachstum zu spüren. Ebenfalls im November sind auch die Erzeugerpreise in den USA aufs Jahr hochgerechnet 9,6 Prozent gestiegen – so stark wie noch nie. Die wichtigste Komponente dieser Entwicklung sind die deutlich teurer gewordenen Energiepreise. Allerdings dürfte sich dieser Effekt allmählich abschwächen, da vor allem die Öl- und Gaspreise im vergangenen Jahr äusserst tief waren. Die Wahrscheinlichkeit ist deshalb gross, dass die Spitze der Inflationsentwicklung bald erreicht sein dürfte. Allerdings dürfte die überdurchschnittlich hohe Teuerung trotz Abschwächung auch bis tief ins Jahr 2022 anhalten. Diese Entwicklung wird mitbestimmend sein, wie die amerikanische Notenbank Fed – wie auch die übrigen grossen Zentralbanken – ihre zuvor expansive Geldpolitik an die neuen Realitäten anpassen werden.

Leicht eingetrübter Ausblick für die Schweiz: Im laufenden Jahr dürfte das Wirtschaftswachstum in der Schweiz leicht höher ausfallen als prognostiziert. Dafür droht für 2022 eine geringere Zunahme der Wirtschaftsleistung als erwartet. So lautet die Winterkonjunkturprognose des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Während 2021 das Wachstum neu mit 3,3 Prozent (zuvor 3,2 Prozent) veranschlagt wird, dürfte 2022 das Bruttoinlandprodukt (BIP) anstelle von 3,4 nur noch 3,0 Prozent betragen. Für das übernächste Jahr wird noch eine Zunahme von 2 Prozent erwartet. Die gute Nachricht: Selbst dieser Wert ist im historischen Vergleich noch immer ein überdurchschnittlicher Wert. Die wirtschaftliche Lage der Schweiz dürfte deshalb auf absehbare Zeit äusserst positiv bleiben.

USA vor Anhebung der Schuldengrenze: Monatelang haben in den USA die Politiker um die Schuldengrenze gestritten, nun dürfte sie zum wiederholten Mal angehoben werden, und zwar um 2,5 Billionen auf 31,4 Billionen Dollar. Der US-Senat hat dieser Anhebung äusserst knapp zugestimmt. Nun geht die Vorlage noch für eine letzte Lesung ins Repräsentantenhaus, bevor sie von US-Präsident Joe Biden unterzeichnet werden kann. Mit der Erhöhung soll eine drohende Zahlungsunfähigkeit des Bundes abgewendet werden.

Bitcoin nahe an seiner Maximalmenge: Aktuell sind bei der Kryptowährung Bitcoin 18,9 Millionen Einheiten geschürft worden. Das entspricht 90 Prozent seiner vordefinierten Maximalmenge von 21 Millionen Coins. Der letzte Bitcoin soll allerdings erst im Jahr 2140 – also in 120 Jahren – geschaffen werden. Diese Verlangsamung wird erreicht, indem die Zahl neugeschaffener Coins in regelmässigen Abständen halbiert wird. Letztmals war dies vergangenes Jahr der Fall gewesen. Das nächste «Halving», wie dieser Event genannt wird, wird für 2024 erwartet. Aktuell kostet ein Bitcoin gut 48'500 Dollar. Beim Rekordhoch vor einem Monat war die Kryptowährung auf fast 68'000 Dollar geklettert.