Vorsorge

Hast du deine Einkäufe schon erledigt?

Die Tage werden kürzer, das Jahr neigt sich dem Ende zu. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um über einen freiwilligen Einkauf in die Pensionskasse nachzudenken.

Du und dein Arbeitgeber zahlen Monat für Monat in deine Pensionskasse ein. Wer will, kann freiwillig mehr als diese obligatorischen Beiträge überweisen. So hast du bei der Pensionierung mehr Geld in der Pensionskasse angespart. Bei einigen Kassen wirken sich Einkäufe auch positiv auf die Leistungen bei Tod oder Invalidität aus. Mit freiwilligen Einkäufen kannst du fehlende Beitragsjahre nachholen oder Lücken schliessen, die durch Lohnerhöhungen entstanden sind. Freiwillige Einkäufe sind steuerlich sehr attraktiv: Du kannst sie vom steuerbaren Einkommen abziehen. Sind sie einmal einbezahlt, fallen auf dem Kapital keine Ertragsund Vermögenssteuern an. Beim Bezug wird zwar eine Auszahlungssteuer fällig, der Steuersatz ist aber tiefer als beim Einkommen. All das klingt sehr verlockend für dich? Dann musst du aber einige Punkte beachten, bevor du mit dem Einkauf loslegst. Diese zehn Tipps helfen dir, alles richtig zu machen:

Merkblatt

Einkauf in die Pensionskasse: Das sollten Sie beachten

Erfahren Sie in diesem Merkblatt, was Sie wissen sollten, bevor Sie sich für einen PK-Einkauf entscheiden.

Tipp 1: Kläre zuerst einmal ab, ob und wie viel du einkaufen kannst. Wie viel du maximal einzahlen darfst, steht meist in deinem persönlichen Pensionskassenausweis. Ist das nicht der Fall, kannst du dich bei der Pensionskasse nach deiner persönlichen Maximaleinlage erkundigen.

Tipp 2: Du profitierst umso mehr, je höher dein steuerbares Einkommen ist und je schneller du das Geld wieder beziehst. Die höchste Rendite auf Einkäufe gibt es deshalb meist einige Jahre vor deiner Pensionierung (siehe Tabelle). Wie rentabel dein Einkauf ist, hängt von weiteren Faktoren ab. So schreiben Pensionskassen Einkäufe meist dem überobligatorischen Guthaben gut. Überobligatorische Guthaben werden aber oft schlechter verzinst als obligatorische. Und der Umwandlungssatz, mit dem das Guthaben bei der Pensionierung in eine Rente umgerechnet wird, ist im überobligatorischen Bereich in der Regel deutlich geringer als im obligatorischen.

Tipp 3: Die Rendite eines Einkaufs ist in der Regel höher, wenn man den freiwillig einbezahlten Betrag nicht als regelmässige Rente bezieht, sondern als einmalige Kapitalleistung auszahlen lässt. Wer das Kapital wählt statt der Rente, muss sich spätestens drei Jahre vor der Pensionierung einkaufen. Für alles, was du später einzahlst, musst du die Steuern nachzahlen, die du mit dem Einkauf gespart hast. Ein Einkauf ist bei manchen Kassen generell nur bis drei Jahre vor der Pensionierung möglich, auch wenn du das Guthaben dereinst als Rente beziehen möchtest.

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Tipp 4: Grössere Beträge zahlt man am besten gestaffelt ein. Denn wer über mehrere Jahre verteilt einzahlt, bricht oft die Steuerprogression. So spart man in der Regel mehr Steuern als bei einmaligen Einkäufen.

Tipp 5: Es gibt gesetzliche Einschränkungen dazu, wie oft und wie viel du einkaufen kannst. Hast du einen Teil deines Pensionskassenkapitals für die Finanzierung deines Eigenheims bezogen, musst du zuerst diesen Vorbezug zurückzahlen, um von den steuerlich absetzbaren Einkäufen profitieren zu können. Einige Pensionskassen erlauben Rückzahlungen der sogenannten Wohneigentumsvorbezüge höchstens bis drei Jahre vor der Pensionierung. Wenn du dein Pensionskassenguthaben für die Finanzierung deines Eigenheimes jedoch verpfänden lässt, statt es dir auszahlen
zu lassen, dann fällt diese Einschränkung weg.

Tipp 6: Warte nicht zu lange mit dem Einkauf. Möchtest du dich einkaufen und den Betrag später in der Steuererklärung angeben, dann solltest du die Einzahlung bis Ende November machen. Viele Pensionskassen setzen ihren Versicherten Fristen und schicken ihnen eine Einkaufsofferte sowie
einen Einzahlungsschein zu.

Tipp 7: Vor dem Einkauf solltest du bei deiner Kasse abklären, was im Todesfall mit der Einzahlung geschieht.

Merkblatt

Pensionskassengeld beziehen: So legen Sie es richtig an

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Tipp 8: Informiere dich bei der Vorsorgekommission oder dem Stiftungsrat über die finanzielle Situation deiner Pensionskasse. Wenn die Pensionskasse stark in Unterdeckung ist, muss sie Sanierungsmassnahmen ergreifen. Solche Massnahmen können den Wert und die zukünftige Entwicklung deines Einkaufs beeinträchtigen. Einkäufe sind nur sinnvoll, wenn der Deckungsgrad der Pensionskasse über 100 Prozent liegt.

Tipp 9: Wenn man als Selbstständiger über die Säule 3a vorgesorgt hat und deshalb heute ein höheres Guthaben in der dritten Säule besitzt, als wenn man immer angestellt gewesen wäre, vermindert sich der maximale Einkaufsbetrag um die Differenz.

Tipp 10: Viele Menschen mit gutem Lohn würden gern mehr einzahlen, sie haben ihr Einkaufspotenzial aber bereits ausgeschöpft. Mit einer optimierten Zusatzvorsorge (le-Pläne) können sie ihr Einkaufspotenzial oft um mehrere hunderttausend Franken erhöhen. Unternehmen können für Löhne über 129'060 Franken eine solche Zusatzvorsorge einrichten.