Geldanlagen

Gewinne der Unternehmen sprudeln mehr denn je

Die 500 grössten Unternehmen in den USA werden im Geschäftsjahr 2021 wohl den höchsten Gewinn aller Zeiten erzielt haben. Nur der Ausblick auf das laufende Jahr fällt etwas verhalten aus. 

Rolf Biland

Chief Investment Officer

Trotz den vielerorts anhaltenden Corona-Massnahmen dürften die amerikanischen Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr den höchsten je erzielten Gewinn erzielt haben.

Gemäss aktuellen Erwartungen von Finanzanalysten dürfte der Gewinn je Aktie der im S&P-500-Index enthaltenen Unternehmen erstmals die Marke von 180 Dollar übertreffen. Im Jahr 2009, just nach der globalen Finanzkrise, hatte der Gewinn je Aktie noch bei rund 60 Dollar gelegen

Zwar haben erst rund drei Viertel der 500 Unternehmen Einblick in den Geschäftsverlauf im vierten Quartal 2021 gegeben. Dennoch lässt sich bereits jetzt sagen, dass ein überwiegend grosser Teil der Firmen die Markterwartung übertreffen konnte. Lediglich jedes fünfte Unternehmen legte enttäuschende Zahlen zum Weihnachtsquartal vor.

Vor allem drei Sektoren stechen bei den positiven Überraschungen hervor: Der Tech-Sektor, bei dem 91% der Unternehmen bessere Ergebnisse als erwartet präsentiert hatten, der Industriesektor sowie der Energiesektor. Bei letzterem sind in den vergangenen Monaten die Unternehmensgewinne durch die stark ansteigenden Energiepreise in die Höhe getrieben worden. Eine grosse Gewinnüberraschung war auch im Bereich Zusatzkonsum, der den Konsum über den täglichen Bedarf hinaus abdeckt, zu sehen. Dies lag hauptsächlich am Gewinnsprung des Onlinehändlers Amazon, der innerhalb des Sektors ein erhebliches Gewicht aufweist.

Für einen kleinen Wermutstropfen sorgen die Ausblicke der Unternehmen für das laufende Jahr. Die Erwartungen für die Zahlen zum ersten Quartal fielen vielerorts gedämpft aus. Das liegt unter anderem an der seit Jahrzehnten nie mehr so hoch ausgefallenen Teuerung. Nicht alle Unternehmen sind in der Lage, höhere Preise an die Endkunden weiterzugeben. Entsprechend haben überdurchschnittlich viele Firmen in ihren Ausblicken das Wort Teuerung erwähnt.

Weitere Hindernisse, die den guten Lauf der Unternehmen in den kommenden Monaten bremsen könnten, sind die weiterhin bremsenden Lieferengpässe und der knappe Arbeitsmarkt, der es für Unternehmen schwieriger macht, neues Personal anzustellen. Aber auch der weiterhin schwelende Ukraine-Konflikt ist in den aktuellen Daten noch nicht sichtbar.

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Rekordinflation in den USA

Die Teuerung hat in den USA zu Jahresbeginn den höchsten Stand seit 40 Jahren erreicht. Waren und Dienstleistungen hatten sich im Januar durchschnittlich um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat verteuert. Dieser Anstieg übertraf jegliche Erwartungen. Experten waren von 7,3 Prozent ausgegangen, nachdem der Wert im Dezember noch bei 7 Prozent lag. Diese permanent hohe Inflationsrate lässt nun befürchten, dass die US-Notenbank Fed im März die Zinsen gleich um einen halben Punkt statt um einen Viertelpunkt anheben könnte. Die Wahrscheinlichkeit für einen solch ungewöhnlich grossen Schritt wird an den Terminmärkten nun bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent eingerechnet.

Goldpreis im Hoch

Angesichts der Unsicherheiten rund um die Ukraine-Krise ist Gold als sicherer Anlagehafen wieder stärker gefragt. Der Preis für eine Feinunze Gold ist Anfang Woche auf 1879 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit acht Monaten gestiegen. Einem höheren Preis stehen jedoch die vielerorts steigenden Kapitalmarktzinsen entgegen. In diesem Umfeld scheint das zinslose Gold im Vergleich mit zinstragenden Anlagen weniger attraktiv.