Geldanlagen

Gewinnaussichten für Unternehmen bleiben positiv

Bislang haben die Unternehmen mit ihren Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen. Auch für das kommende Jahr wird ein weiteres Gewinnwachstum prognostiziert. 

Rolf Biland

Chief Investment Officer

Trotz des seit über zwei Monaten dauernden Kriegs in der Ukraine haben sich die Gewinnaussichten für die 500 grössten US-Unternehmen weiter aufgehellt. Auch die stark angestiegene Inflation scheint das Bild nicht einzutrüben. So sind seit Januar die Erwartungen für den S&P-500-Index nochmals leicht angestiegen.

So rechnen die Marktbeobachter für das laufende Jahr mit einer Gewinnsteigerung von 10 Prozent. Vor drei Monaten war man noch von einem Plus von 8,6 Prozent ausgegangen.

Auch für das kommende Jahr wird mit einer nochmaligen Steigerung der Gewinne um 10 Prozent gerechnet. Gegenüber den Vor-Pandemie-Werten würden die Gewinne damit fast 55 Prozent höher liegen. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre weiter fort. Alleine seit 2006 haben sich die kumulierten Gewinne der 500 Unternehmen mehr als verdoppelt.

Auch die laufende Berichtsaison zum ersten Quartal 2022 ist äusserst positiv angelaufen. Im S&P-500-Index haben bislang 56 Prozent der Unternehmen ihre Zahlen offengelegt. 81 Prozent von ihnen haben dabei die an sie gestellten Erwartungen übertroffen. Das liegt deutlich über dem Fünf-Jahre-Durchschnitt von 77 Prozent.

Factsheet

VZ Finanzportal Pro: Traden wie die Profis

Die neue Trading-Plattform des VZ wurde speziell für Anlegerinnen und Anleger entwickelt, die ein Profi-Werkzeug haben möchten, mit dem sie ihre Titel günstig in Echtzeit handeln können.

Auch auf Sektorenebene überzeugen die Quartalsausweise: Sechs der elf Sektoren zeigen Gewinnüberraschungen von über 80 Prozent. Am stärksten zeigt sich die Industrie: Von den 47 Unternehmen haben bislang 43 mit dem erzielten Gewinnwachstum positiv überrascht. Das verwundert es nicht, dass bei vielen Firmen die Margen Rekordstände erreicht haben. Allerdings haben seit Jahresanfang die Aktienkurse mit der Gewinnentwicklung nicht mithalten können.

Der S&P 500 hat seit Januar fast 13 Prozent eingebüsst. Dies spiegelt die Zurückhaltung der Anleger, da in den nächsten Monaten vor allem in den USA die Zinsen laufend angehoben werden dürften. Mit solch latenten Unsicherheiten werden Gewinnüberraschungen weniger stark honoriert, hingegen Enttäuschungen umso mehr abgestraft.

Informieren Sie sich jede Woche über die neuesten Entwicklungen an den Finanzmärkten:

Weitere Wirtschaftsnews

Konsumentenstimmung trübt sich ein

Die Schweizer Konsumenten machen sich angesichts steigender Preise und anderer Unsicherheiten Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung. So ist der vierteljährlich vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erhobene Index der Konsumentenstimmung im April drastisch von -3,6 auf -27,4 Punkte gefallen. Abstriche machen Schweizerinnen und Schweizer vor allem bei grösseren Anschaffungen. Dieser Teilindex ist massiv getaucht. Allerdings liegt er noch über dem historischen Tiefstand zu Beginn der Corona-Krise.

Europas Wirtschaft wächst noch

Noch kann Europas Wirtschaftsleistung weiter zulegen. Im ersten Quartal stieg das Bruttoinlandprodukt wie erwartet um 0,2 Prozent. Allerdings fiel die Entwicklung in den einzelnen Ländern höchst unterschiedlich aus. An der Spitze lag Deutschland, in Italien und Schweden nahm die Wirtschaftsleistung sogar ab. Die drohenden Umbrüche in der Energieversorgung sowie Lieferengpässe dürften die wirtschaftliche Entwicklung der Eurozone im zweiten Quartal beeinträchtigen.

US-Wirtschaft auf Tauchkurs

Entgegen den Prognosen ist die amerikanische Wirtschaft im ersten Quartal 1,4 Prozent geschrumpft. Dazu beigetragen haben vor allem die Handelsbilanz, die wegen der geopolitisch schwierigen Lage mehr Importe als Exporte ausweist, und das schwächere Wachstum der Lagerbestände. Die Ausweitung des Handelsdefizits dürfte nur temporär sein und könnte in den kommenden Quartalen einen positiven Beitrag leisten. Dank solidem Binnenkonsum blieb eine negative Reaktion der Finanzmärkte aus. Zudem haben auch die Investitionsausgaben der Unternehmen sich gesteigert.