Geldanlagen

Geld anlegen: So findest du den richtigen ETF

Jede Anlagestrategie lässt sich mit günstigen ETF und Indexfonds umsetzen. Dabei lohnt sich ein Vorgehen in vier Schritten.

Exchange Traded Funds (ETF) und Indexfonds sind bei Anlegerinnen und Anlegern sehr beliebt. Wie herkömmliche Fonds investieren sie in unterschiedliche Wertpapiere und verteilen so das Anlagerisiko. Im Unterschied zu klassischen Fonds versuchen sie aber nicht, die Rendite ihres Vergleichsindexes (Benchmark) zu übertreffen. Dafür können sie auf ein teures Fondsmanagement verzichten, weshalb sie meist viel günstiger sind als herkömmliche Fonds. Wer seine Anlagestrategie mit ETF und Indexfonds umsetzen möchte, muss vor der eigentlichen Fondsauswahl ein paar Punkte beachten. Am besten gehst du dabei Schritt für Schritt vor:

Schritt 1: Asset Allocation definieren

Entscheidend für den ersten Schritt ist dein individuelles Risikoprofil. Dieses wird primär durch deine Risikotoleranz definiert. Aus diesem Profil ergibt sich die strategische Asset Allocation. Das ist die langfristige prozentuale Aufteilung der Anlagesumme auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Obligationen oder Immobilien.

Merkblatt

Die Auswahl des richtigen ETF

Dieses Merkblatt zeigt auf, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Diese Aufteilung berücksichtigt ebenfalls deine Risikobereitschaft. Wer ein höheres Risiko bei seinen Anlagen eingehen kann und will, wird zu einem grösseren Teil in Aktien investieren. In diesem Fall musst du mit höheren Verlust- und Schwankungsrisiken rechnen, als wenn du dein Portfolio mehr mit anderen Anlageklassen wie Anleihen mischst.

Diese höheren Risiken sind der Preis für die höhere Renditeerwartung, die Aktien bieten. In diesem Schritt wird auch definiert, welcher Teil der Anlagen in Schweizer Franken abgesichert werden soll. Wer ausländische Obligationen oder Aktien gegenüber Währungsrisiken absichern möchte, kann in Schritt 4 in ETF oder Indexfonds investieren, bei denen das Währungsrisiko abgesichert wird.

Schritt 2: Taktik festlegen

Neben der strategischen Ebene gibt es beim Investieren auch die taktische Ebene. Hier werden kurzfristigere Anlageentscheidungen gefällt. So lassen sich je nach Marktumfeld temporär einnzelne Anlageklassen abweichend zu der langfristigen Zielsetzung gewichten. Es ist allerdings sehr umstritten, ob solches Market Timing tatsächlich zu einer höheren Rendite führt. Die Alternative dazu ist, nicht von den langfristigen Zielwerten abzuweichen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Kaufen- und -Halten-Strategie (Buy and Hold). Hier ist es ratsam, bei abweichenden Gewichtungen von der ursprünglichen Anlagestrategie einzugreifen. Dies passiert etwa, wenn sich einzelne Anlageklassen deutlich stärker entwickeln als andere - zum Beispiel ein stark zulegender Aktienmarkt, während sich Obligationen seitwärts bewegen.

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Schritt 3: Geeigneten Index wählen

Nun musst du einen für dich passenden Index auswählen. Je nach Anlageklasse gibt es viele unterschiedliche Indizes. Wer etwa in Schweizer Aktien investieren will, kann nicht nur in den bekannten Swiss Market Index (SMI), sondern auch noch in weitere Indizes anlegen. Aufgepasst: Indizes können sich in der Zusammensetzung stark unterscheiden. Das wirkt sich auch auf die Rendite- und Risikoeigenschaften aus. Der SMI beinhaltet die zwanzig grössten Schweizer Titel und gewichtet die grossen drei Titel Nestlé, Novartis und Roche mit mehr als 50 Prozent. Der Swiss Leader Index (SLI) hingegen begrenzt die Gewichtung je Titel auf 9 Prozent. Je nach Anlagesumme kann es deshalb sinnvoll sein, auch innerhalb einer Anlageklasse über verschiedene Indizes zu diversifizieren. Du solltest in jedem Fall das Konzept des Indexes kennen, seine Rendite-Risiko-Eigenschaften und wie er zusammengesetzt ist.

Schritt 4: ETF oder Indexfonds aussuchen

Sobald du den passenden Index ausgewählt hast, geht es im letzten Schritt darum, die besten passiven Fonds zu finden, die den Index abbilden. Wer eine durchgängige Handelbarkeit wünscht, wählt einen ETF. Der Grund: ETF sind Wertpapiere, die wie Aktien an einer Börse gehandelt werden und daher während der Handelszeiten jederzeit gekauft oder verkauft werden können. Wem ein einmaliges Handeln pro Tag genügt, kann auch auf einen Indexfonds setzen. Grundsätzlich ist jedoch das Angebot bei ETF bedeutend grösser. Auch im stark wachsenden Bereich der nachhaltigen Anlagen (meist unter den Stichworten «ESG» oder «SRI» angeboten) bietet das ETF-Spektrum viele Möglichkeiten, um die entsprechenden Anlageklassen auf diese Art abzudecken. Beim von dir ausgewählten ETF respektive Indexfonds solltest du dann insbesondere auf die Kosten achten. Auch die verwendete Replikationsart, Replikationsqualität sowie Gegenparteirisiken solltest du prüfen. Wichtig zu wissen: Gerade im Bereich der ETF kann es immer wieder zu Änderungen kommen. Diese beziehen sich nicht nur auf Anpassungen bei einem Produkt (zum Beispiel Austausch des Index, Anpassung der Replikationsart), sondern auch auf Kotierungen von neuen und günstigeren Produkten. Deshalb ist es sinnvoll, die eingesetzten ETF und Indexfonds laufend zu überwachen.