Vorsorge

Was geschieht mit dem Freizügigkeitsguthaben ohne neue Arbeitsstelle?

Wer seine Arbeit für eine Babypause, eine Weiterbildung oder eine Weltreise für längere Zeit unterbricht, muss sein Pensionskassenguthaben bei einer Freizügigkeitsstiftung deponieren, bis eine neue Stelle angetreten wird oder ein Auflösungsgrund eintritt. Das Gleiche gilt auch bei Arbeitslosigkeit, ausser man verliert seine Stelle in den letzten Jahren vor der Pensionierung.

Laura Renggli

Vorsorgespezialistin

Freizügigkeitsguthaben können bis auf wenige Ausnahmen frühestens fünf Jahre vor Erreichen des AHV-Alters bezogen werden. Wichtig: Nach dem Ende des letzten Arbeitsverhältnisses bleibt man bei der bisherigen Pensionskasse einen Monat lang beitragsfrei gegen Invalidität und Tod versichert. Wer in diesen 30 Tagen invalid wird, bekommt von der früheren Pensionskasse eine Invalidenrente.

Bei einigen Pensionskassen kann das Invaliditäts- und Sterberisiko für eine befristete Zeit weiterversichert und zum Teil weiterhin für das Alter gespart werden. Bietet eine Pensionskasse diese Möglichkeit nicht an, sollte man sich anderweitig versichern. Wird man während eines längeren Arbeitsunterbruchs schwer krank, sind so wenigstens die finanziellen Folgen gedeckt.

Was gilt bei Arbeitslosigkeit?

Die 30-tägige Nachdeckungsfrist der bisherigen Pensionskasse gilt auch für Versicherte, die arbeitslos werden. Anschliessend sind Arbeitslose obligatorisch bei der BVG-Auffangeinrichtung versichert, allerdings nur für die Risiken Invalidität und Tod, und nur wenn sie Taggelder der Arbeitslosenkasse beziehen und ihr Tageslohn mindestens 82.60 Franken beträgt (Stand: 2021).

Wer zusätzlich zum Risikoschutz auch die Altersvorsorge weiterführen will, kann das auf freiwilliger Basis über die Auffangeinrichtung tun, falls die bisherige Pensionskasse diese Möglichkeit nicht anbietet. Alle Beiträge müssen allerdings aus der eigenen Tasche bezahlt werden, auch die, die der Arbeitgeber bisher einbezahlt hat. 

Altersguthaben müssen an eine Freizügigkeitseinrichtung oder die Vorsorgeeinrichtung übertragen werden, bei der das Alterssparen freiwillig weitergeführt wird. Sie haben die Wahl zwischen einer Police, einem Konto oder einem Wertschriftendepot. Es empfiehlt sich, die Option zu wählen, die den höchsten Ertrag bringt.

Wer von seinem Arbeitgeber die Kündigung erhält und mindestens 58 Jahre alt ist, kann von Gesetzes wegen bei seiner bisherigen Pensionskasse versichert bleiben, falls er oder sie das möchte. Einige Pensionskassen bieten diese Möglichkeit bereits Betroffenen ab 55 an. Mehr darüber erfahren Sie hier.