Vorsorge

Finanzen 2022: Verpassen Sie keine Fristen

Im Jahresverlauf gibt es immer wieder Chancen, um Geld zu sparen. Man muss sich aber an einige Termine halten.

Sven Pfammatter

Finanzexperte

Mit diesem Fahrplan behalten Sie die wichtigsten Daten im Auge:

Steuern: Anfang Jahr kommt die Steuererklärung. Meistens bezahlen Erwerbstätige vor allem Einkommenssteuern. Wer alle Abzugsmöglichkeiten ausschöpft, senkt sein steuerbares Einkommen und damit die Steuerrechnung. Vor allem bei der Altersvorsorge, den Geldanlagen und beim Eigenheim gibt es einige gute Möglichkeiten, um Steuern zu sparen.

Tipp: Wenn Sie mehr Zeit für die Steuererklärung brauchen, können Sie die Frist verlängern. Das hat keine Nachteile für Sie. Warten Sie aber nicht zu lange, damit Sie die abgezogene Verrechnungssteuer früher zurückbekommen.

Versicherungen: Viele Menschen versäumen es, ihre Versicherungen regelmässig zu überprüfen. Die Folge: Sie bezahlen zu viel oder haben Versicherungen, die sie eigentlich gar nicht brauchen.

Merkblatt

Finanzfahrplan 2022: Alle Termine auf einen Blick

Dieses Merkblatt hilft Ihnen, an alles zu denken und keine Frist mehr zu verpassen.

Tipp: Die Verträge verlängern sich in der Regel automatisch. Sie müssen deshalb selbst aktiv werden. Vergleichen Sie die Prämien und Leistungen. Den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter müssen Sie meist bis Ende März oder Ende September einleiten.

Wertschriften: Oft achten Anlegerinnen und Anleger zu wenig auf die Gebühren und sind stark in die Produkte ihrer Bank investiert. Viele lassen sich auch vom Auf und Ab an den Börsen aus dem Konzept bringen und verkaufen und kaufen zu häufig. Oder sie holen sich Risiken ins Depot, die sie eigentlich gar nicht tragen können. All das wirkt sich nachweislich negativ auf die Rendite aus. 

Tipp: Nehmen Sie Ihre Geldanlagen und Ihre Anlagestrategie jedes Jahr neu unter die Lupe. Prüfen Sie, wie Sie Ihre Rendite optimieren und Gebühren sparen können.

Das sind die wichtigsten Termine im 2022

Steuern Steuererklärung einreichen oder die Frist verlängern (variiert von Kanton zu Kanton) Ende Februar/März oder Ende April
  Steuern langfristig planen jährlich
Hypothek Fälligkeiten prüfen jährlich
Wertschriften Anlagestrategie anpassen jährlich
Versicherungen Privatversicherungen prüfen bis 31. März oder 30. September
Krankenkasse Zusatzversicherungen prüfen bis 30. September
  Grundversicherung prüfen bis 30. November
Säule 3a Maximalbetrag überweisen bis Mitte Dezember
Pensionskasse Freiwillige Beiträge einzahlen bis Mitte Dezember

Altersvorsorge: Die Banken zahlen auf dem Konto fast keinen Zins mehr, der Zinseszins-Effekt fällt weg. Und wegen der Inflation schrumpft die Kaufkraft des Ersparten sogar. Nutzen Sie Geld, auf das Sie länger nicht angewiesen sind, deshalb besser für Ihre Altersvorsorge. Einzahlungen in die Säule 3a sind besonders attraktiv: Die Einzahlung geht vom steuerbaren Einkommen weg, das Guthaben versteuern Sie nicht als Vermögen und die Zinserträge nicht als Einkommen. Erwerbstätige mit Pensionskasse können 2022 bis zu 6883 Franken einzahlen, Erwerbstätige ohne PK 20 Prozent des Nettoeinkommens (max. 34’416 Franken). Lösen Sie die Überweisung spätestens Mitte Dezember aus. Ihre dritte Säule bringt Ihnen am meisten, wenn das Geld intelligent investiert ist, wenn die Gebühren die Rendite nicht auffressen und wenn Sie die Bezüge optimal staffeln.

Tipp: Freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse können sich ebenfalls sehr lohnen. Sie sparen so Steuern und verbessern Ihre Leistungen im Alter. Die Beiträge müssen Sie spätestens bis Mitte Dezember überweisen. Aufgepasst: Ob und wie stark sich der Einkauf wirklich lohnt, hängt sehr vom Zeitpunkt ab. Sprechen Sie im Zweifelsfall am besten mit einer Fachperson.

Hypotheken: Steht bei Ihnen in den nächsten 12 Monaten der Ablauf einer Hypothek an? Dann sollten Sie spätestens ab jetzt genauer verfolgen, wie sich die Zinsen entwickeln. Und kümmern Sie sich rechtzeitig um die Anschlussfinanzierung.

Tipp: Wenn Sie die Hypothek beim Ablauf zurückzahlen oder die Bank wechseln möchten, müssen Sie die Kündigungsfristen einhalten. Bei einigen Banken muss man auch Festhypotheken bis zu sechs Monate im Voraus kündigen, obwohl sie einen fixen Ablauftermin haben.

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