Geldanlagen

ETF werden bei Anlegern immer beliebter

Börsengehandelte Indexfonds (ETF) erfreuen sich bei Anlegern weiterhin grosser Beliebtheit. Das von diesen Fonds verwaltete Vermögen kletterte in der Schweiz auf neue Hochststände. Im Trend lagen besonders ETF zum Thema Nachhaltigkeit, aber auch verschiedenste Technologie-Themen wurden von den Anbietern auf den Markt gebracht.

Markus Lackner

Leiter Research

ETF zählen zu kostengünstigsten, transparentesten und liquidesten Anlageprodukten auf dem Markt. Anlegern ermöglichen sie bereits bei kleineren Geldbeträgen eine breite Diversifikation des Anlagekapitals. Diese Vorteile erklären das starke Wachstum dieser Produkte weltweit. Auch an der Schweizer Börse ist die Bedeutung von ETF stark gestiegen. So legten die verwalteten ETF-Vermögen gemäss des Datenanbieters Swiss Fund Data im Jahr 2021 bislang gegenüber 2020 um rund 20 Prozent zu und erreichten mit über 200 Milliarden Franken einen neuen Höchstwert (siehe Grafik). Aktuell stehen Anlegern in der Schweiz rund 1550 Produkte an der SIX zur Verfügung.

Betrachtet man die einzelnen Neukotierungen, dann fällt auf, dass auch im Jahr 2021 das Thema Nachhaltigkeit ein wichtiger Trend an der Schweizer Börse war. Mehr als zwei Drittel der neuen Produkte bilden nachhaltige Indizes ab. So wird unter anderem neu ein Produkt auf den NASDAQ ESG und ein Produkt auf den SPI ESG angeboten. Hinter der Abkürzung «ESG» verbergen sich die drei Dimensionen der Nachhaltigkeitsbeurteilung. Die eine befasst sich mit dem Thema Umwelt (Environmental), die zweite mit der sozialen Verantwortung der Unternehmen (Social) und die dritte mit Aspekten einer nachhaltigen Unternehmensführung (Governance).

Bevor man sich für ein solches Produkt entscheidet, sollte man immer auch die Nachhaltigkeit des Fondsportfolios beurteilen (beispielsweise mittels ESG-Rating) und prüfen, welche Ausschlüsse vorgenommen werden. Auch sollten die Auswirkungen auf die Rendite- und Risikoeigenschaften des Produktes im Vergleich zu einem vergleichbaren klassischen Produkt betrachtet werden. Nur so kann man sicher sein, dass das Produkt den eigenen Vorstellungen von Nachhaltigkeit entspricht. Auch lässt sich so vermeiden, dass man ein «nachhaltiges» Produkt kauft, obwohl es keine echte Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt (auch «Greenwashing» genannt).

Ebenfalls wurden 2021 neue Technologie-Trends von den ETF-Anbietern in das Angebot aufgenommen. Dazu gehören neben digitalen Vermögenswerten auch die Themen Telemedizin und digitale Bezahlung. Auch chinesische Technologietitel werden neu als ETF in der Schweiz angeboten. Wer über ETF in diese Trends investieren möchte, sollte beachten, dass in den abgebildeten Indizes häufig Aktien von klassischen Indizes verwendet werden.

So besteht beispielsweise der Index auf digitale Vermögenswerte, MVIS Global Digital Assets Equity, nicht aus Bitcoin oder anderen Kryptowährungen, sondern aus den Aktien des US-Finanzinfrastrukturdienstleisters Silvergate Capital oder der US-Kryptobörse Coinbase. Um keine fehlgeleiteten Käufe zu haben, ist es hier empfehlenswert, sich vor einer Investition in einen ETF mit dessen Strategie und dessen Portfolio auseinanderzusetzen. Dann lässt sich erkennen, ob im Produkt tatsächlich die Titel enthalten sind, die man als Anleger erwartet.

Wer die beiden Trends Nachhaltigkeit und Technologie im eigenen Portfolio stärker einbeziehen möchte, sollte dabei immer auch die eigene Gesamtanlagestrategie vor Augen haben. Je nach Portfoliokontext kann es sinnvoll sein, auch auf mehrere Themen zu setzen. Hier ist in jedem Fall eine individuelle Beratung empfehlenswert.

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