Geldanlagen

ETF: Das sind die besten Schweizer Aktienindizes für Anleger

Anlegerinnen und Anleger, die mittels ETF in Schweizer Aktien investieren möchten, stehen vor der Qual der Wahl. Inzwischen stehen an der Schweizer Börse 35 Produkte zur Verfügung. Wir nehmen die wichtigsten Indizes unter die Lupe.

Markus Lackner

Leiter Research

Exchange Traded Funds, kurz ETF, haben das Ziel, die Wertentwicklung eines Indexes möglichst exakt nachzubilden. Steigt oder fällt der Index, steigt oder fällt auch der Kurs des ETF. Wer einen Schweiz-ETF auswählen möchte, sollte darum unbedingt die Eigenschaften des jeweils zugrundeliegenden Indexes betrachten.

Die verfügbaren Produkte bilden sowohl marktkapitalisierte Indizes als auch Spezialindizes (z.B. Short, Dividenden oder Nachhaltigkeit) ab. Die meisten klassischen marktkapitalisierten Produkte bilden die folgenden fünf Indizes ab: SMI, SPI, SLI, SMIM und MSCI Switzerland.


Diese Indizes können sich teilweise deutlich in ihren Rendite- und Risikoeigenschaften unterscheiden. Das zeigt ein Vergleich der jährlichen Gesamtrendite (inkl. Dividenden) dieser Indizes zwischen Ende Dezember 2011 und Ende April 2022: Der beste Index lieferte pro Jahr 12,3 Prozent Rendite, der schlechteste jedoch nur 9,8 Prozent.

Ein wichtiges Kriterium ist die Unterscheidung in Performance- und Preisindizes. Performanceindizes, wie der SPI, werden unter Berücksichtigung der Dividenden der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Die Berechnung von Preisindizes, wie dem SMI, stützt sich ausschliesslich auf die Kurse der im Index enthaltenen Aktien. Ausschüttungen werden dabei nicht berücksichtigt.

Weil sich sämtliche Aktienkurse beim Dividendenabgang verringern, reduziert sich auch die Rendite von Preisindizes im Vergleich mit Performanceindizes. Daher sollten die verschiedenen Indizes im Vergleich immer unter Berücksichtigung von Dividenden betrachtet werden.

Merkblatt

Die Auswahl des richtigen ETF

Dieses Merkblatt zeigt auf, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

Ein weiteres wichtiges Auswahlkriterium bei der Indexselektion ist die Gewichtung der Titel im Index. Entspricht sie der Marktkapitalisierung, also dem Börsenwert der Unternehmen, oder sind die enthaltenen Titel anders gewichtet? Viele Indizes gewichten die Titel entsprechend deren Börsenwert. Mit ETF auf solche Indizes nehmen die Anleger möglicherweise ein Klumpenrisiko in Kauf.

Die drei grössten Titel im SMI – Nestlé, Novartis und Roche – machen 53.8 Prozent des Indexes aus. Kursschwankungen in diesen Titeln wirken sich stark auf den Indexwert aus. Mit ETF auf solche Indizes nehmen die Anleger ein nicht zu unterschätzendes Klumpenrisiko in Kauf.

Anders sieht es beim SLI aus. Pro Titel strebt dieser Index eine maximale Gewichtung von 9 Prozent an. Die Titel der Grossunternehmen haben dadurch deutlich weniger Einfluss auf die Entwicklung des Indexes. Der SMIM hingegen besteht nur aus mittelgrossen Unternehmen. Er kann für Anleger, die bereits in Aktien der grössten Schweizer Unternehmen investiert sind, eine interessante Ergänzung sein.

Von Bedeutung ist auch die Sektorengewichtung der Indizes. Auch hier sollte man Klumpenrisiken meiden, da sonst die Wertentwicklung des Indexes nur von wenigen Sektoren getragen wird. Beim SMI macht die Gewichtung des Gesundheitssektors, unter anderem aufgrund der hohen Gewichtung von Novartis und Roche, beispielsweise über 40 Prozent aus.

Wenn man sich für einen Index entschieden hat, sollten von allen verfügbaren ETF auf diesen Index die Gebühren vergleichen werden. Weitere zentrale Kriterien bei der Produktauswahl sind unter anderem die Replikationsart des Fonds, das Fondsdomizil, die Abbildungsqualität und die Handelsgebühren.

Sie möchten noch mehr darüber wissen, wie man einen ETF auswählt? Dann bestellen Sie jetzt kostenlos unser Merkblatt Die Auswahl des richtigen ETF.

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